Experten stellen fest

Kein erhöhtes Krebsrisiko in der Asse-Region

+
Nach Expertenmeinung besteht kein erhöhtes Krebsrisiko im Atommülllager Asse.

Remlingen - Rund um das Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel gibt es keine Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine Expertengruppe, die im Auftrag des Landkreises Wolfenbüttel zwei Jahre lang nach den Gründen für die Häufung von Krebsfällen in der Samtgemeinde Asse suchte.

Der Landrat des Kreises Wolfenbüttel, Jörg Röhmann, gab daher Entwarnung. Die Frage, ob die Asse krank mache, könne zumindest für die Beschäftigten mit Nein beantwortet werden. „Gerade die Mitarbeiter des Endlagers sind nicht betroffen“, sagte Röhmann am Donnerstag bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse. Das beweise, dass es keinen Zusammenhang mit dem Atommüll gebe.

Vor zwei Jahren wurde bekannt, dass sich in der Umgebung des Atommülllagers Krebsfälle häufen. Das zeigt eine Untersuchung des Niedersächsischen Krebsregisters. Danach gab es in den Jahren seit 2002 insgesamt 47 Neuerkrankungen von Leukämie und Schilddrüsenkrebs in der 10.000 Einwohner zählenden Samtgemeinde Asse. Ob es einen Zusammenhang mit dem Atommülllager gibt, sollte die Expertengruppe klären.

Ihren Untersuchungen zufolge ist nur einer der 800 Beschäftigten, die von 1967 bis 2008 im Endlager gearbeitet haben, nach heutigem Kenntnisstand an Leukämie erkrankt. Das habe ein Abgleich mit den aktuellen Erhebungen und dem Krebsregister sowie einer früheren Befragung aller Beschäftigten in der Asse ergeben, erklärte Landrat Röhmann. Doch es bleibt eine Ungewissheit, denn die Ursache für die Krebshäufung in der Region konnten die Experten nicht finden. Die Informationslage war ungenügend. „Wir verfügen nur über lückenhafte Daten“, erklärte Röhmann. Das sei leider enttäuschend. Es habe sich nur ein Bruchteil der Erkrankten gemeldet.

Kommentare