Niedersachsen gegen Netzwerk-Sperre

Kein Facebook-Verbot für Lehrer

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Niedersachsen will Lehrern keine Einschränkungen aufbürden, was die Kommunikation mit Schülern über Facebook angeht.

Hannover - Hausaufgaben oder Noten per Facebook mitteilen? Baden-Württemberg will die Nutzung von sozialen Netzwerken an Schulen einschränken, Niedersachsen und Bremen dagegen setzen auf Eigenverantwortung. Verbote soll es nicht geben.

In Niedersachsen können Lehrer auch künftig mit ihren Schülern über soziale Netzwerke kommunizieren. Im Gegensatz zu Baden-Württemberg plant das Land nicht, die Nutzung von Facebook für Lehrer einzuschränken. Grundsätzlich setze Niedersachsen auf einen eigenverantwortlichen und verantwortungsbewussten Umgang mit Facebook und Co., sagte der Sprecher des Kultusministeriums, Sebastian Schumacher, am Mittwoch in Hannover. „Explizite Regelungen oder gar ein Verbot zum Umgang mit Facebook gibt es in Niedersachsen nicht und sind auch nicht geplant“, betonte der Sprecher.

Bei Nachfragen von Pädagogen oder Schulleitungen weist das Haus von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) allerdings darauf hin, dass die allgemeinen datenschutzrechtlichen Bestimmungen unbedingt zu beachten sind. Es dürften keine persönlichen Daten auf öffentlich zugänglichen Internetseiten erscheinen, sagte Schumacher. Außerdem müsse immer die Möglichkeit bestehen, die schulischen Informationen auch über einen anderen Weg zu bekommen.

Auch die Bremer Bildungsbehörde will die Nutzung sozialer Netzwerke an Schulen nicht verbieten. „Wir wollen Facebook nicht verteufeln, sondern anerkennen, dass es eine soziale und kommunikative Realität bei Lehrern und Schülern ist“, sagte Behördensprecher Michael Huesmann. So könnten mit der Plattform beispielsweise Klassenfahrten organisiert werden. Die Bildungsbehörde wolle nach den Sommerferien einen Leitfaden herausgeben, der den Lehrern die Chancen und Risiken der digitalen Vernetzung aufzeige.

Hamburg plant keine Vorschriften für Lehrer im Umgang mit sozialen Netzwerken. „Die Hamburger Schulbehörde setzt auf präventive Maßnahmen durch entsprechende Unterrichtseinheiten, Fortbildungen und Broschüren, um einen sensiblen Umgang mit sozialen Netzwerken zu erreichen“, sagte der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht.

Dagegen hat das Bildungsministerium in Schleswig-Holstein bereits im vergangenen November den Einsatz sozialer Netzwerke eingeschränkt. In Zusammenarbeit mit dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) sei man zu dem Schluss gekommen, dass die dienstliche Kommunikation im Schulbereich via Facebook - egal ob zwischen Lehren, oder Lehren und Schülern oder Lehren und Eltern - nicht zulässig sei, sagte eine Ministeriumssprecherin.

dpa

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