Konklave in Rom

Kein neuer Papst: schwarzer Rauch über dem Vatikan

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Foto: Schwarzer Rauch: Im ersten Wahlgang haben sich die Kardinäle auf keinen neuen Papst einigen können.

Vatikan - Die Wahl eines Nachfolgers von Papst Benedikt XVI. hat am Dienstag begonnen – doch im ersten Wahlgang haben sich die 115 Kardinäle auf keinen neuen Papst einigen können. Über der Sixtinischen Kapelle stieg am Abend schwarzer Rauch auf.

Im ersten Wahlgang des Konklaves ist erwartungsgemäß noch keine Entscheidung gefallen. Um 19.41 Uhr stieg schwarzer Rauch aus dem Schornstein über der Sixtinischen Kapelle auf. Dort sind seit Dienstagnachmittag 115 Kardinäle versammelt, um einenNachfolger für den zurückgetretenen Papst Benedikt XVI. (2005-2013) zu wählen. Für die gültige Wahl eines neuen Papstes ist eine Mehrheit von zwei Dritteln oder 77 Stimmen erforderlich. Der Wahlgang am Dienstag war der einzige dieses Tages. Die Abstimmungen werden am Mittwoch mit je zwei Wahlgängen am Vormittag und am Nachmittag fortgesetzt - so lange, bis ein Kandidat die nötige Mehrheit erreicht.

Die erste Abstimmung gilt als Testwahl. Die Buchmacher rechnen mit einer Entscheidung für einen neuen Papst am Mittwoch oder Donnerstag. Italienische Vatikan-Kenner haben unterdessen den Kreis der Favoriten auf vier Kardinäle eingegrenzt. Angeführt wird dieses Quartett weiterhin von dem Mailänder Erzbischof Angelo Scola und dem brasilianischen Erzbischof Odilo Pedro Scherer aus Sao Paolo. Chancen als „Outsider“ werden demnach dem New Yorker Erzbischof Timothy Dolan und dem Kanadier Marc Ouellet zugeschrieben. Je länger das Konklave dauert, desto größere Chancen könnte ein Außenseiter haben. Der neue Papst muss mit Zweidrittel-Mehrheit - also mindestens 77 Stimmen - gewählt werden.

Im Gästehaus Santa Marta sind die 115 Kardinäle für die Zeit des Konklaves von der Öffentlichkeit abgeschottet. Fernsehen, Zeitungen, Telefon und Internet sind verboten, weshalb auch in den Twitter-Accounts der Purpurträger seit dem Morgen Ruhe herrscht. Einige hundert Pilger verfolgten die Messe am Vormittag trotz Regens auf Großbildschirmen auf dem Petersplatz. Der Herr möge „mit der Dienstbarkeit der Kardinäle“ seiner Kirche bald einen neuen guten Hirten zugestehen, sagte Sodano in seiner Predigt.

Je höher das Amt des Hirten sei, desto größer müsse seine Liebe sein, fügte er an. Die letzten Päpste hätten viel Gutes getan für die Völker und die Weltgemeinschaft. Sie hätten sich unablässig für Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt. „Beten wir dafür, dass der zukünftige Papst dieses Werk unermüdlich weltweit fortführen möge.“

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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