Streng verboten

Keine Böller im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

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Foto: Vertragen keinen Lärm: Um die Tiere im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu schützen, ist das Zünden von Feuerwerken im Nationalpark verboten.

Wilhelmshaven - Zum Schutz der Tiere ist das Zünden von Feuerwerken im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer streng verboten. Darauf hat die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven vor Silvester hingewiesen.

Forschungen mit Radargeräten belegten ein erschreckendes wie lebensbedrohliches Ausmaß von Störungen in Silvesternächten. Gerade im Winter seien die Tiere ohnehin in schlechter Kondition und müssten Kräfte sparen.

„Die Auszeichnung als Weltnaturerbe ist Verpflichtung, diesem Prädikat durch rücksichtsvollen Umgang mit der Natur gerecht zu werden“, appellierte Nationalpark-Leiter Peter Südbeck. Wer zu Neujahr am Meer spazieren gehe, könne mit Ringelgänsen, Steinwälzern oder Schneeammern das neue Jahr begrüßen, wenn die Tiere nicht zuvor durch Feuerwerk vertrieben würden.

Der Wattenrat Ostfriesland kritisierte die fehlende Überwachung des Verbotes, da es von Cuxhaven bis Emden nur sechs Nationalparkwarte gebe. Das Verbot könne leicht umgangen werden. So gebe es im Nationalpark viele nationalparkfreie Zonen. Von hier würden zum Jahreswechsel Böller oder Raketen gezündet, die weit in das Schutzgebiet hinein reichten und die gleiche Scheuchwirkung auf Rastvögel haben wie in der Nähe gezündete Feuerwerke. Im Landkreis Wittmund sei zudem öffentlich zum verbotenen Raketenabschuss am Strand von Dornumersiel aufgerufen worden. Nach Silvester 2010 hätten dort Helfer 130 Kilogramm Feuerwerk-Müll gesammelt.

dpa

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