Einschätzung vom Innenminister Pistorius

Keine rechte Tendenz bei Rockern

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Niedersachsens Rockergruppen wie Hells Angels oder Bandidos verfolgen nach Einschätzung von Innenminister Boris Pistorius keine politischen Ziele.

Hannover - Niedersachsens Rockergruppen wie Hells Angels oder Bandidos verfolgen nach Einschätzung von Innenminister Boris Pistorius keine politischen Ziele. Deshalb stünden die Rockergruppen auch nicht im Fokus des Verfassungsschutzes.

Niedersachsens Rockergruppen wie Hells Angels oder Bandidos verfolgen nach Einschätzung von Innenminister Boris Pistorius keine politischen Ziele. „Es gibt keine Anzeichen für eine ideologische Beeinflussung durch die rechte Szene“, sagte der SPD-Politiker am Freitag im Landtag in Hannover. Den Behörden lägen keine Hinweise für eine strategische Zusammenarbeit zwischen Rockergruppen und Mitgliedern der rechten Szene vor. Deshalb stünden die Rockergruppen auch nicht im Fokus des Verfassungsschutzes.

Allerdings gebe es in Einzelfällen Kontakte zwischen Rockern und Rechten, sagte Pistorius. Diese seien aber „nur persönlicher Natur“. Eine dieser Verbindungen gibt es in Güntersen im Kreis Göttingen, wo sich zuletzt wiederholt führende Hells Angels aus ganz Deutschland zu Besprechungen getroffen haben. Ein Mitglied der Rockerbande unterhalte Kontakte zu einem Rechtsradikalen, der für das kommende Jahr eine Neonazi-Veranstaltung angemeldet habe, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Göttingen. „Beide kennen sich aus der Kindheit.“

Die Zusammenkünfte der Hells Angels in Güntersen, die im benachbarten Adelebsen einen lokalen Treffpunkt aufgebaut haben, wirkten beunruhigend auf die Bevölkerung, sagte Göttingens Polizeipräsident Robert Kruse. Massive Straftaten habe es dort bislang zwar nicht gegeben. Es sei jedoch ein „Einschüchterungsklima“ entstanden. Eine Ortsratssitzung fand kürzlich unter Polizeischutz statt, in einem Schreiben bat der Ortsrat Landes- und Bundespolitiker um Hilfe.

Nach den Worten von InnenministerPistorius gibt es Anzeichen dafür, dass Rocker ihre Aktivitäten verstärkt nach Südniedersachsen verlagern. Zudem bemühten sie sich darum, abseits ihrer Aktivitäten im Bereich der organisierten Kriminalität, etwa im Drogen- und Waffenhandel, auch in „scheinlegalen Bereichen Fuß zu fassen“. Das schließe Immobiliengeschäfte ebenso ein wie Versicherungen.

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