Schutz vor Seuche

Keine Stallpflicht trotz Vogelgrippe

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Foto: Das niedersächsische Agrarministerium hat trotz des erneuten Ausbruchs der Vogelgrippe noch keine Stallpflicht angeordnet.

Hannover - Trotz des Ausbruchs einer hochansteckenden Vogelgrippe-Variante in den Niederlanden wird es vorerst keine Stallpflicht für niedersächsisches Geflügel geben. Derzeit gebe es noch keinen Grund, dies vorzuschreiben, sagte am Dienstag ein Sprecher des Agrarministeriums in Hannover.

Auch in Großbritannien und Mecklenburg-Vorpommern waren in den vergangenen Tagen erkrankte Tiere aufgetaucht. Das Ministerium betonte, es beobachte die Entwicklung sehr genau und mache entsprechende Vorschriften von der Lage abhängig. So lange sei es eine Entscheidung der Landkreise, zu prüfen, ob die Stallpflicht in Einzelfällen notwendig sei.

Nach Angaben des Landkreises Grafschaft Bentheim läuft in der Region die Risikoabschätzung. Die Bewertung des aktuellen Seuchengeschehens erfolge in enger Abstimmung mit den Nachbarlandkreisen Emsland, Cloppenburg und Osnabrück und auch mit dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Eine Aufstallungsanweisung müsse umfassend abgewogen werden, damit diese begründet und rechtlich haltbar sei.

Aus der Sicht der FDP-Landtagsfraktion muss die Stallpflicht zum Schutz von Menschen und Tieren bereits jetzt kommen. Er könne nicht nachvollziehen, dass Agrarminister Christian Meyer (Grüne) „derzeit keinen Anlass für eine Stallpflicht sieht“, sagte der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, Hermann Grupe. Eine Stallpflicht einzuführen, wenn es auch in Niedersachsen nachgewiesene Fälle gebe, sei „viel zu spät“.

dpa

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