Tote und Verletzte

Kesselwagen mit Chemikalien entgleist und explodiert

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Das Unglück ereignete sich, als der Güterzug nach einer Baustelle an einer Weiche das Gleis wechselte.

Brüssel - Ein Zug mit 13 Kesselwagen voller giftiger Chemikalien ist nachts in Belgien unterwegs. Kurz vor Gent entgleist er, drei Kesselwagen explodieren. Stundenlang entweichen giftige Dämpfe. Und zwei Menschen sterben.

Zwei Menschen sind am Samstag bei der Explosion von drei Kesselwagen eines Güterzuges mit giftigen Chemikalien in Belgien gestorben. 14 andere wurden verletzt. Dies teilte der Gouverneur der Provinz Ost-Flandern, Jan Briers, am Samstag mit. Sechs Kesselwagen eines insgesamt 13 Tankwaggons zählenden Güterzuges waren am Samstag gegen 02.00 Uhr aus noch unbekannter Ursache im Ort Wetteren östlich von Gent entgleist und umgestürzt.

Der Feuerwehr gelang es nicht, das Feuer zu löschen. Sie ließ die drei Kesselwagen auch am späten Samstagnachmittag noch kontrolliert abbrennen. Damit werde die Entstehung zusätzlicher giftiger Dämpfe vermieden, sagte ein Sprecher. Eine hohe Säule schwarzen Rauchs stand während des ganzen Samstags über dem Ort. Die Behörden ordneten die Räumung aller Häuser und Wohnungen in einem Umkreis von 500 Meter an. Rund 250 Menschen wurden in einem Gemeindehaus untergebracht. Andere Einwohner wurden angewiesen, daheim zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten.

Briers wollte Medienangaben, die beiden Toten seien Opfer giftiger Dämpfe geworden, zunächst nicht bestätigen. Dies müsse noch festgestellt werden. Bei den Toten und Verletzten handele es sich aber um Anwohner. Die Rettungskräfte spülten die Kanalisation in der Umgebung der Unfallstelle durch, nachdem Chemikalien in die Siele gelaufen waren. Die Werte seien nach der Spülung wieder normal gewesen, hieß es. Zu den Chemikalien, die in Brand gerieten, gehört auch das sehr giftige und leicht entzündliche Acrylnitril, das zur Kunststoffherstellung verwendet wird.

Warum die Kesselwagen aus den Schienen sprangen, blieb zunächst unklar. Das Unglück ereignete sich, als der Güterzug nach einer Baustelle an einer Weiche das Gleis wechselte.

dpa

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