Textilindustrie

KiK-Geschäftsführer kritisiert Brandschutz in Bangladesch

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Mitarbeiter der Textilfabrik Viyellatex in Tongi in Bangladesch. Das Unternehmen betreibt eine Fabrik mit höchstem Standard. In anderen Betrieben der Textilindustrie Asiens sind die Arbeitsbedingungen nicht so mustergültig.

Berlin - Der Geschäftsführer des Discounters KiK fordert mehr Einfluss ausländischer Unternehmer auf den Brandschutz in asiatischen Fabriken. Erst am Wochenende waren über 100 Menschen in einer brennenden Textilfabrik in Bangladesch ums Leben gekommen.

Nach dem verheerenden Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch, bei dem am Wochenende mehr als hundert Arbeiter ums Leben kamen, fordert der deutsche Discounter KiK mehr Einwirkungsmöglichkeiten ausländischer Handelsketten auf den Brandschutz in den asiatischen Fabriken. Die Notwendigkeit des Feuerschutzes sei „einfach noch nicht in allen Köpfen in den Produktionsländern angekommen“, sagte KiK-Geschäftsführer Michael Arretz der Zeitung „Die Welt“ (Dienstag).

„Es gibt Brandschutzprogramme, Informationsmaterial für Mitarbeiter wie Filme oder Plakate. Es ist alles da, um Großbrände zu verhindern. Aber ich sehe eine Umsetzungslücke“, sagte Arretz, der bei dem Händler aus dem nordrhein-westfälischen Bornen für Nachhaltigkeit zuständig ist. „Notfalls müssen die großen Handelskonzerne das gemeinsam in die Hand nehmen, wenn der staatliche Verband in Bangladesch, der für den Brandschutz zuständig ist, nicht vorankommt.“

Er plädiere für „eine Null-Toleranz-Politik“: „Hersteller, die gegen Vorschriften verstoßen, werden abgemahnt und verlieren im Wiederholungsfall den Auftrag. Darüber sprechen wir auch mit anderen Händlern aus Europa“, sagte Arretz. „Brandschutz ist ja nicht so kompliziert - das macht die jüngsten Vorfälle umso tragischer.“

dpa

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