Polizei rettet Mädchen

Kinder leben zwischen Hundekot

Hameln - Aus einer mit Hundekot und Urin völlig verdreckten Wohnung in Hameln hat die Polizei zwei Kinder und acht Hunde gerettet. Anscheinend betrieben die 29-jährige Mutter der beiden Mädchen und ihr Mann dort eine Hundezucht.

Die beiden acht und zwölf Jahre alten Mädchen seien in die Obhut des Jugendamtes übergeben worden, sagte ein Sprecher am Freitag. Beide sollten ärztlich untersucht werden.

Nach Angaben des Landkreises Hameln-Pyrmont waren die hygienischen Zustände in der Wohnung unhaltbar. "Die Kinder hätten keine Stunde länger in der Wohnung bleiben dürfen", sagte eine Sprecherin. Beide befänden sich jetzt "in guten Händen".

Ein Nachbar hatte die Polizei in der Nacht zu Freitag alarmiert, weil aus der Wohnung in einem Mehrparteienhaus bestialischer Fäkalgestank drang. Die Beamten entdeckten die kränklich wirkenden Mädchen in einem Kinderzimmer voller Kotspuren zwischen verstreuter Schmutzwäsche und verdrecktem Spielzeug. Beide klagten über akute Magen-Darm-Beschwerden.

In anderen Räumen der 3,5-Zimmer-Wohnung fanden die Beamten drei erwachsene Hunde, darunter einen Rottweiler und einen Husky, sowie fünf Welpen. In allen Räumen seien nicht nur die Fußböden, sondern teilweise auch die Möbel mit Kot verschmiert gewesen, sagte der Polizeisprecher. In teils auf dem Boden angetrockneten Ausscheidungen der Hunde seien menschliche Fußspuren zu erkennen gewesen. In der Küche fanden sich stapelweise dreckiges Geschirr und verdorbene Essensreste.

Die 29-jährige Mutter der Mädchen und deren ein Jahr jüngerer Ehemann, die sich ebenfalls in der Wohnung aufhielten, betreiben nach eigenen Angaben in den Räumen eine Hundezucht. Beiden drohen strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung an den Mädchen.

Wie schwer die Kinder unter den hygienischen Zuständen zu leiden hatten und inwieweit sie gesundheitlich beeinträchtigt wurden, werde noch untersucht, sagte die Landkreissprecherin. Die Familie sei im übrigen früher noch nie negativ aufgefallen. Auch bei der Polizei hatte das Ehepaar bisher eine weiße Weste. Was das Paar veranlasst hat, die Wohnung verkommen zu lassen, ist den Behörden noch unklar.

lni

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