Neue Statistik des Landeskriminalsamts

403 Kinder in Niedersachsen vermisst

Hannover - 403 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind nach Angaben des Landeskriminalamtes derzeit in Niedersachsen als vermisst gemeldet. Rund 80 Prozent seien Jugendliche über 14 Jahren, erklärte Uwe Schwellnus, Sprecher des Landeskriminalamtes am Freitag.

Zum „Tag der vermissten Kinder“ am kommenden Sonntag machen weltweit Aktionen auf das Schicksal der Betroffenen und ihrer Eltern aufmerksam.

Landesweit werden jährlich annähernd 6000 Kinder als vermisst gemeldet – die meisten tauchen zur Erleichterung ihrer Eltern jedoch schon nach kurzer Zeit wieder auf. Darum könne sich die Zahl von 403 vermissten Kindern stündlich ändern, sagte der LKA-Sprecher. Jedoch gibt es allein in Niedersachsen sieben Jungen und Mädchen, die seit langer Zeit gesucht werden und bei denen die Polizei vermutet, dass sie Opfer eines Verbrechens wurden.

Zu ihnen zählen die 2007 verschwundene achtjährige Jenisa aus Hannover oder die Jugendliche Katrin Konert, die am Neujahrstag 2001 zuletzt gesehen wurde. Bundesweit sind etwa 1800 vermisste Jungen und Mädchen registriert.

Ungefähr 98 Prozent der Vermissten sind nach Einschätzung von Lars Bruhns klassische Ausreißer. Bruhns ist Leiter der bundesweit einzigartigen Initiative Vermisste Kinder in Hamburg, welche die Polizei bei der Suche nach Verschwundenen unterstützt.

Der Experte warnt jedoch davor, vorschnell Vermisstenfälle in die Kategorie Ausreißer einzusortieren. Eine Mahnung sei der Fall der beiden ermordeten Teenager aus Bodenfelde an der Weser.2010 habe man zunächst vermutet, die 14-jährige Nina und der 13 Jahre alte Tobias seien ausgebüxt, dabei wurden sie Opfer eines Gewaltverbrechens.

von Christina Sticht

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