Ran an den Dreck

So klappt der Frühjahrsputz – ohne Chemie

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Foto: Chemie ist beim Frühjahrsputz nicht zwingend nötig.

Hannover - Frühjahrsputz geht auch ohne Chemie. Denn wirklich sauber macht unter anderem Muskelkraft. Wir haben für Sie eine Auswahl von nützlichen Tipps zusammengestellt. Eine Motivationshilfe von A wie „Aller Anfang ist schwer“ bis Z wie „Zurücklehnen und machen lassen“.

  1. A wie Aller Anfang ist schwer Richtig Lust aufs Großreinemachen hat wohl kaum jemand, darum bedarf es meist ein wenig Motivation. Sonnenschein hebt jedoch die Laune und macht das Fensterputzen zudem erst möglich. Für den richtigen Schwung sorgt Musik: Laut genug zum Mitsingen bringt sie Spaß in die ungeliebte Putzaktion.
  2. B wie Backpulver Ein lästiger Fettfleck auf der Kleidung? Die Stelle einfach mit einer Prise Backpulver bestreuen, kurz einreiben und dann ausbürsten.
  3. C wie Chlor Chlorhaltige Reiniger sind im Vergleich zu anderen Putzmitteln schädlicher für die Umwelt. Und Vorsicht: Wer nach ihrer Nutzung mit Essigreinigern nachhilft, produziert giftige Gase!
  4. D wie Desinfektion Egal, was die Werbung sagt: Antibakterielle Reiniger machen nicht sauberer, bei vielen Mitteln ist nicht einmal erwiesen, ob sie gegen Keime wirken. Stattdessen können sie Allergien auslösen und auf Dauer die Körperabwehr schwächen.
  5. E wie Essig Ideal gegen Wasserflecken und Kalkablagerungen: Badewanne oder Armaturen mit einem in Essig getränkten Tuch abreiben; zum Entkalken eines Wasserkochers den Essig verdünnt mit Wasser aufkochen, etwa zwei Stunden stehen lassen und gründlich ausspülen.
  6. F wie Frischeduft Echte Sauberkeit riecht nach gar nichts. Darum raten Allergologen auch von duftenden Zusätzen in Allzweckreinigern, Waschmitteln oder Mülltüten ab. Verschiedene Duftchemikalien wie Cumarin oder Cinnamal sind bekannte Auslöser von allergischen Ekzemen, der Kunstduft Paradichlorbenzol steht sogar unter Verdacht, Krebs zu begünstigen.
  7. G wie Gallseife Das Naturprodukt aus Kernseife und Rindergalle hat seine Reinigungswirkung durch die in der Rindergalle enthaltenen Salze und Säuren, die bei der Verdauung zum Einsatz kommen. Darum entfernt Gallseife besonders Fett- und Eiweißflecken sowie farbstoffhaltige Verschmutzungen wie Lippenstift, Öl, Blut, Wein oder Babybrei. Bunte Textilien vor Verwendung an einer verdeckten Stelle auf Farbechtheit prüfen.
  8. H wie Her damit! Diese Helfer erleichtern das Putzen und machen manchen chemischen Reiniger überflüssig: Tücher, zum Beispiel aus Mikrofaser, Putzschwämme zum Abkratzen von Schmutz, Besen und Kehrschaufel, Staubsauger, Wischgerät mit passendem Mopp, Haushaltsbürsten für losen Schmutz und Radierer gegen Stiftspuren, Striemen und Kaugummireste.
  9. I wie Isopropylalkohol Gibt’s in der Drogerie oder Apotheke zu kaufen und eignet sich genauso wie Spiritus als Alternative zu gekauftem Glasreiniger: Ein paar Spritzer davon zusammen mit einem Spritzer Spülmittel ins Wasser geben, in eine Sprühflasche füllen - fertig!
  10. J wie Ja wo liegt er denn Staub sammelt sich am liebsten in Ritzen und Spalten, an die man nicht so leicht herankommt: unter dem Kühlschrank, hinter dem Bücherregal oder in den Zwischenräumen des Heizkörpers. Einfacher Trick: Einen alten Strumpf oder einen flachen Schwamm mit einem Gummiband an einem Zollstock befestigen und die Staubflusen aus ihrem Versteck herauskitzeln.
  11. K wie Kuscheltiere waschen Stofftiere überstehen in der Regel problemlos einen Waschgang in der Maschine bei 30 Grad, genauso Bausteine, Puppengeschirr und anderes Plastikspielzeug. Dafür einfach die Batterien entfernen, lose Teile in einen Kissenbezug oder ein Wäschenetz stecken und im Pflegeleicht-Programm mit Colorwaschmittel durchwaschen.
  12. L wie Label Wer auf ausgewiesen ökologische Reinigungsmittel zu Hause Wert legt, ist mit dem europäischen Umweltsiegel, auch „Euroblume“ genannt, gut beraten: Das EU-Ecolabel soll wesentlich zu ökologischen Verbesserungen bei der Herstellung und dem Gebrauch von Allzweck- und Sanitärreinigern beitragen und die Gesundheit von Verbrauchern schützen.
  13. M wie Morgen, morgen, nur nicht heute Oder lieber doch jetzt gleich? Je frischer der Schmutz, desto leichter lässt er sich entfernen. Damit Angebranntes nicht noch stärker einbrennt, Herd und Backofen vor dem nächsten Gebrauch reinigen. Wer Armaturen, Spiegel und Duschkabinen direkt nach der Benutzung abtrocknet, verhindert Kalkflecken und reduziert damit den späteren Aufwand beim Putzen.
  14. N wie Nebelfeucht wischen Ob Holz, Laminat, Fliesen oder Linoleum: Böden immer nur mit einem gut ausgewrungenen Lappen wischen, meist reichen wenige Spritzer Universalreiniger im Wassereimer. Extra Pflegemittel sind nur bei Holzböden sinnvoll, auf Laminat oder Fliesen hinterlassen sie oft rutschige Schlieren.
  15. O wie Ofenreiniger Ein Spezialreiniger, auf den man getrost verzichten kann. Sprays enthalten zudem entzündliche Treibmittel, die Lunge und Atemwege reizen. Hartnäckige Verkrustungen stattdessen mit einem Kochfeldschaber oder Topfreiniger abkratzen und den Innenraum mit einer zähen Paste aus Wasser und Natron einreiben. Über Nacht einwirken lassen, danach schrubben und gründlich auswischen.
  16. P wie Pirouetten drehen übers Parkett Einmal rund herum an den Rändern entlang und dann in Schwüngen hin und her - dieser Choreografie folgen Putzprofis überall, wo sie größere Flächen reinigen wollen. Wichtig dabei: Putzlappen ausbreiten und mit der ganzen Hand führen, Wischer immer in eine Richtung halten, damit der Schmutz mitgenommen wird.
  17. Q wie Quatsch Lippenstift mit Toastbrot ausreiben? Obstflecken in Kartoffelkochwasser einweichen? Bringt nichts. Ebenfalls wenig erfolgreich: Rotweinflecken mit Salz bestreuen. Stattdessen die Stelle mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel auswaschen.
  18. R wie Regelmäßig rangehen Wer regelmäßig putzt, verhindert starke Verschmutzungen und spart Reinigungsmittel. Das schont die Umwelt und den eigenen Geldbeutel.
  19. S wie Spucke drauf Enzyme im Speichel spalten in begrenztem Maß Eiweiß, Fett, Stärke und Zucker. Wer weder Wasser noch Spülmittel zur Hand hat, kann die verschmutzte Stelle wiederholt mit Spucke betupfen, das entschärft den Fleck zumindest fürs Erste.
  20. T wie Toilette WC-Reiniger lösen mithilfe von Säuren und Tensiden Urinstein und Kalk. Die Stiftung Warentest bewertete im März 2014 zehn von 16 getesteten Produkten mit „gut“, der Testsieger von der Drogeriemarktkette DM gehört zugleich zu den günstigsten Mitteln. Außerdem erfreulich: Die meisten Rezepturen auf Basis organischer Säuren wie Zitronensäure sind umweltschonend.
  21. U wie Universalreiniger Neben Scheuermilch, Geschirrspülmittel und Reiniger auf Basis von Essig- oder Zitronensäure eines der nützlichsten Putzmittel. Sparsam dosiert kommt er ins Putzwasser für Oberflächen und Fußböden, unverdünnt geht er gegen angetrocknete Verschmutzungen an.
  22. V wie Viel hilft viel Stimmt nicht. Zu viel Reinigungsmittel beim Putzen führt hinterher zu ärgerlichen Schlieren und belastet unnötig die Haushaltskasse und die Umwelt.
  23. W wie Wasser Giftiger Rohrreiniger, um Verstopfungen zu lösen? Kochend heißes Wasser hat den gleichen Effekt und ist zudem völlig biologisch.
  24. X wie X-mal hin- und hergeräumt Manche Dinge liegen mal hier, mal da, aber immer im Weg. Vielleicht eignet sich der Frühjahrsputz auch für eine Entrümpelungsaktion: Alte Bücher weggeben, Elektrogeräte aussortieren, Staubfänger entsorgen. Das fühlt sich gut an und schafft neuen Platz.
  25. Y wie Yippie, geschafft! Das Badezimmer strahlt, die Fensterscheiben sind blitzblank und kein Staubkorn tanzt in den Sonnenstrahlen. Zeit für eine angemessene Belohnung. Ob der Schmöker auf der Couch, das Essen beim Lieblingsitaliener oder eine ausgedehnte Shoppingtour - Sie haben es sich verdient!
  26. Z wie Zurücklehnen und machen lassen Wer keine Lust oder Zeit fürs Saubermachen hat, kann sich Hilfe von außen holen. Auf dem Online-Portal www.haushaltsjob-boerse.de bieten Minijobber ihre Dienste rund um den Haushalt an, Hilfsbedürftige können außerdem kostenlos Suchanzeigen in Sachen Frühjahrsputz aufgeben.

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