Störung der Nachtruhe

Knallapparat gegen Wildschweine sorgt für Ärger

Sebexen - Eine ungewöhnliche Maßnahme zum Verscheuchen von Wildschweinen sorgt in der Kalefelder Ortschaft Sebexen (Kreis Northeim) für Ärger: Jäger haben einen Knallautomaten aufgestellt, der nachts Ballergeräusche macht.

Viele Anwohner fühlten sich in ihrer Nachtruhe gestört, sagte Kalefelds Bürgermeister Edgar Martin (parteilos). Bei der Gemeinde seien mehrere Anzeigen wegen Lärmbelästigung eingegangen.

Der Ballerautomat löse zwischen 21 Uhr und 7 Uhr morgens alle 45 Minuten eine Folge von Knallgeräuschen aus, sagte Martin. „Es macht in kurzer Zeit dreimal peng.“ Die Jäger wollen damit die Wildschweine von den Maisfeldern fernhalten, von denen es rund um den Ort immer mehr gibt. Für den Schaden, den die Tiere dort anrichten, müssen die Jäger haften und den Landwirten Schadenersatz zahlen.

Der niedersächsischen Landesjägerschaft ist keine vergleichbare Maßnahme zur Wildschwein-Abwehr bekannt. An der Küste würden zwar hier und da Knallapparate zum Verscheuchen von Wildgänsen eingesetzt, sagte Geschäftsführer Dirk Schulte-Frohlinde. Vom Einsatz eines Schreckschussautomaten gegen Wildschweine höre er aber zum ersten Mal. Die Knallerei sei auch keine offizielle Maßnahme der Jägerschaft. „Mit dem Northeimer Kreisjägermeisters ist nichts abgestimmt.“

Dass Jäger sich Gedanken machten, wie sie Schäden durch Wildschweine verhindern können, sei allerdings verständlich, sagte Schulte-Frohlinde. Denn es gebe in diesem Jahr deutlich mehr Tiere als beispielsweise 2011. Grund dafür sei auch die gute Eichel- und Buchenmast.

Ob die Gemeinde Kalefeld wegen der Knallerei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten wird, sei offen, sagte Bürgermeister Martin. Er wolle versuchen, den Streit gütlich beizulegen. Andernfalls müssten Lärmgutachten eingeholt werden, was sehr teuer sei. Im übrigen könnte sich die Angelegenheit bald von selbst erledigen, zumindest für dieses Jahr. „Denn bald ist der Mais abgeerntet.“ Dann müssten auch keine Wildschweine mehr von den Feldern ferngehalten werden.

dpa

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