Gefängnis in Bückeburg überflüssig geworden

Knast zu verkaufen

+
Foto: Steht leer: Das ehemalige Gefängnis in Bückeburg. Für 175.000 Euro will das Land den Gebäudekomplex verkaufen.

Bückeburg - Ausbruchsichere Fenster, Türen aus Stahl, Überwachungsanlagen und Dachrinnen mit Stacheldraht: Das Land verkauft einen Knast. In Bückeburg ist seit Kurzem für 175.000 Euro das ehemalige Gefängnis im Angebot, das seit Ende 2011 nicht mehr genutzt wird.

Einen Interessenten gebe es bereits, sagt der Sprecher der niedersächsischen Oberfinanzdirektion (OFD), Kai Bernhardt. Zur OFD gehört auch der Liegenschaftsfonds, der überflüssige Gebäude des Landes zu Geld macht.

Angeboten wird der Knast als „Gewerbeobjekt mit hohem Sicherheitsstandard“, im Preis inbegriffen: Großküche, Wäscherei, Hof mit Sportbodenbelag und Fahrzeugschleuse. Doch wer hat Interesse daran, sein Vermögen in ein altes Gefängnis zu stecken? “Über mögliche Käufer machen wir keine Angaben“, sagte der OFD-Sprecher. In der Regel spreche der Liegenschaftsfonds gezielt mögliche Interessenten an. Das könnten – je nach Gebäude – angrenzende Eigentümer sein, aber auch Vereine oder Verbände.

Die Zahl der Immobilien- und Grundstücksverkäufe erhöhte sich in den vergangenen Jahren. Trennte sich das Land 2003 von 85 Objekten, so waren es im vergangenen Jahr bereits 259. Auch die Einnahmen stiegen, allerdings nicht immer kontinuierlich: Vor zehn Jahren lagen sie bei 11,8 Millionen Euro, im vergangenen Jahr bei 12,5 Millionen Euro und damit nur ein wenig höher.

Zum Angebot steht derzeit auch das Kurhaus in Bad Blenhorst im Landkreis Nienburg, Baujahr 1914. Dort gibt es noch alte Einrichtungen für Moorbäder, ein Hotel und ein in die Jahre gekommenes Restaurant mit einfachen Möbeln sowie ein Riesengrundstück von mehr als drei Hektar – für 320.000 Euro. In Helmstedt trennt sich das Land für 50.000 Euro von einem 155 Quadratmeter großen Fachwerk-Reihenhaus in der Innenstadt. Auch dort gibt es noch ein paar Arrestzellen zu beziehen, weil es sich um das ehemalige Bedienstetenwohnhaus des Amtsgerichtes handelt.

Sigrun Stock

Kommentare