"Knöllchen"-Horst ist Denunziant

Knöllchen sind sein Hobby

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Osterode - Der als „Knöllchen-Horst“ bekannte Frühpensionär soll mehr als 10.000 Falschparker im Kreis Osterode angezeigt haben. Jetzt hat ihm ein Gericht bescheinigt: Wegen seines fragwürdigen Hobbys müsse man ihn als Denunziant bezeichnen – und die Behörden dürften seine Hinweise ignorieren.

Wer es sich zum Hobby mache, regelmäßig Falschparker aufzuschreiben, gehe einer "denunziatorischen Tätigkeit" nach und könne Behörden nicht zur Verfolgung der registrierten Ordnungswidrigkeiten zwingen, heißt es in einem am Mittwoch bekanntgewordenen Beschluss. Die Richter wiesen den Antrag des Frühpensionärs auf Zulassung der Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Göttingen zurück (Az. 13 LA 144/12).

Der als "Knöllchen-Horst" bekannt gewordene Horst-Werner N. (l.) bespricht sich im Amtsgericht Herzberg am Harz mit seinem Anwalt Hermann Wichmann.

Quelle: dpa

„Knöllchen-Horst“ soll in den vergangenen Jahren mehr als 10.000 Falschparker im Kreis Osterode angezeigt haben. Für Schlagzeilen sorgte er, als er einen Rettungshubschrauber aufschrieb, der während eines Notfalleinsatzes auf einem Bürgersteig stand. Weil der Landkreis sich zuletzt immer öfter weigerte, die Anzeigen zu bearbeiten, war der Frührentner vor Gericht gezogen - ohne Erfolg.

„Knöllchen-Horst“ messe sich die Rolle eines Ermittlungsbeamten an, schreiben die Richter. Dabei verfolge er keine schützenswerte Eigeninteressen. Ihm gehe es nur "um die Pflege eines recht speziellen Hobbys". Wenn eine Bußgeldbehörde solche Fälle bearbeiten müsste, hätte eine Privatperson Einfluss auf den Umfang, in dem eine staatliche Stelle Personal einsetzt. Ein solcher Einfluss stehe selbst ernannten Ordnungswächtern aber nicht zu. Und einen Anspruch auf Auskunft darüber, was aus den Anzeigen wurde, gebe es auch nicht.

dpa

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