Angst vor Ebola

Krankenschwestern in den USA streiken

+
Foto: Die bisher genutzten Schutzmasken sind laut US-Krankenschwestern unzureichend.

Los Angeles - Für Ärzte und Pfleger kann die Behandlung von Ebola-Patienten zum tödlichen Risiko werden - wenn sie nicht die richtige Schutzkleidung tragen. Missstände in den USA treiben jetzt Krankenschwestern auf die Barrikaden.

Zwei Krankenschwestern in den USA hatten sich bei der Behandlung von Ebola-Patienten infiziert - aus Protest gegen mangelnde Schutzkleidung traten jetzt Zehntausende Pflegekräfte in den Streik. Nach Angaben ihres Verbandes National Nurses United vom Mittwoch beteiligten sich Krankenschwestern in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten an der Protestaktion. Auch vor dem Weißen Haus habe eine Gruppe protestiert. "Wir brauchen eine viel effektivere Ausrüstung für Ebola und für andere Epidemien, die es sicher geben wird", sagte Gewerkschaftssprecher Charles Idelson der Nachrichtenagentur dpa.

Vor allem die Gesichtsmasken, die bislang benutzt wurden, seien völlig unzureichend. "Der Haken an den Masken: Sie schützen nicht vor Ebola", meinte Idelson. In den vergangenen Wochen waren zwei Schwestern nach der Behandlung von Ebola-Patienten in Texas erkrankt, sie sind aber wieder gesund. Auch ein Arzt, der in Westafrika Ebola-Kranke behandelte und sich infizierte, wurde vor einigen Tagen aus einem New Yorker Krankenhaus entlassen. Dagegen starb ein Mann aus Liberia Anfang Oktober in Texas - bisher der einzige Ebola-Tote in den USA.

Zugleich schicken die USA weniger Soldaten als ursprünglich geplant zum Kampf gegen Ebola nach Westafrika. Bis Mitte Dezember gingen lediglich 3000 Soldaten in die Krisenregion, sagte Generalmajor Gary Volesky. Bisher war von 4000 die Rede gewesen. Es gebe bereits genügend Helfer am Ort, sagte er zur Begründung am Mittwoch in Washington. Die Soldaten sollen etwa beim Bau von Lazaretten helfen, nicht aber direkt Kranke pflegen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO starben bereits mehr als 5000 Menschen in Westafrika an der Seuche. Präsident Barack Obama hat den Kongress um weitere sechs Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) zum Kampf gegen die Seuche gebeten.

dpa

Kommentare