Jugendhilfe in Bremen

Kriminelle Flüchtlinge sollen in Spezialeinrichtung

Bremen - Bremen will künftig unbegleitete kriminelle Flüchtlinge im Jugendalter in einer Spezialeinrichtung unterbringen. Ziel sei eine intensivpädagogische Betreuung der straffällig gewordenen Jugendlichen rund um die Uhr, teilten die Senatsressorts Soziales, Inneres und Justiz am Donnerstag mit.

Vorgesehen seien 20 Plätze in fünf Wohngruppen sowie zusätzliche fünf Kriseninterventionsplätze. Derzeit würden mehrere Standorte auf ihre Eignung überprüft.

Die Polizei hat in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft eine Liste von 16 jugendlichen Flüchtlingen erarbeitet. Diese seien wiederholt durch schwerere Straftaten wie Körperverletzungen und Raubdelikte aufgefallen. Keiner der Jugendlichen komme aus einem Krisengebiet mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen, sagte eine Sprecherin des Innenressorts. Diese Gruppe entziehe sich einer pädagogischen Betreuung und verbreite auch in den jeweiligen Unterkünften Angst.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden - anders als Erwachsene und ihre Kinder - nicht nach dem „Königsteiner Schlüssel“ bundesweit verteilt, sondern gemäß Jugendhilfegesetz dort aufgenommen, wo sie sich zuerst melden. Bremen hat einen starken Zustrom. Mit rund 650 Zugängen seit Anfang 2012, davon allein 80 im September, habe die Stadt damit etwa fünf Prozent des Gesamtaufkommens unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland. Das Jugendhilfesystem in Bremen stoße an seine Grenzen.

lni

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