Spezielles Training

Kriseninterventionsteam rüstet sich für Notfälle an Schulen

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Das Kriseninterventionsteam wird speziell für Einsätze in Schulen ausgebildet.

Lohne - Amokläufe an Schulen, tödliche Unfälle oder Selbstmorde - wenn Menschen gewaltsam oder unerwartet sterben, rücken die Malteser mit ihren Kriseninterventionsteams aus. Im Kreis Vechta wollen die Experten sich besser für ihre Einsätze in Schulen rüsten. Ein spezielles Training soll ihnen bei organisatorischen Fragen und dem altersgerechten Umgang mit den Opfern helfen.

„In dieser Form ist das einmalig“, sagte Leiter Johannes Meyer in Lohne. Sein Team ist dafür für den Förderpreis „Helfende Hand“ vom Bundesinnenministerium nominiert.

40 bis 50 Mal im Jahr fahren die 20 Krisenhelfer im Kreis Vechta raus. In den ersten Stunden nach Verkehrsunfällen, Raubüberfällen, dem plötzlichen Tod eines Menschen und anderen Katastrophen halten sie die organisatorischen Fäden in der Hand. „Wir schauen dann erstmal, was brauchen die Betroffenen, wie geht es weiter“, erläutert Meyer.

Das Team erstellt eine Liste mit Dingen, die in den nächsten 24 Stunden geregelt werden müssen und vermitteln den Kontakt zu Selbsthilfegruppen. „Wenn wir das Gefühl haben, jemand möchte sich anlehnen, dann nehmen wir den auch in den Arm.“

Eine Amokübung in einer Schule im Kreis Vechta brachte Meyer und seine Kollegen auf die Idee für die Fortbildung. „Der Einsatz in Schulen hat sich durch die neuen Medien gewandelt. Die Betroffenheit ist sehr viel größer“, sagte der Notfallexperte. Innerhalb kurzer Zeit sprechen sich Vorfälle an einer Schule rum. „Da hat man plötzlich tausend Eltern auf dem Schulhof stehen.“ Auf solche Situationen müssen die Helfer gut vorbereit sein. Deshalb will das Krisenteam künftig auch Schulen beim Erstellen von Notfallplänen beraten.

Noch bis zum 30. November kann im Internet über den Förderpreis „Helfende Hand“ abgestimmt werden. Das Preisgeld, das abhängig von der Anzahl der Stimmen von 500 bis 7500 Euro reicht, soll in das auf Schuleinsätze gemünzte Training von Meyer und seinem Team fließen.

dpa

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