Familiendrama in Leipzig

Krisensitzung nach Tod von Mutter und Sohn

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In dieser Wohnung waren die beiden Toten gefunden worden.

Leipzig - Nach dem Tod eines kleinen Jungen neben der Leiche seiner drogensüchtigen Mutter haben sich am Montag Vertreter der zuständigen Ämter in Leipzig zu einer Krisensitzung getroffen. Sie prüfen, ob es Versäumnisse bei der Betreuung der Familie gab.

Für die 26 Jahre alte Mutter war nach Angaben von Stadtsprecher Matthias Hasberg das Gesundheitsamt zuständig, für das Wohl ihres zwei Jahre alten Sohnes das Jugendamt. Normalerweise gebe es zwischen den Ämtern ein „geregeltes Austauschverfahren“, sagte Hasberg.

Mutter und Sohn waren in der Nacht zum 17. Juni tot in ihrer Wohnung gefunden worden. Nachbarn hatten Alarm geschlagen, weil Verwesungsgeruch aus der Wohnung drang. Der Junge verdurstete wahrscheinlich qualvoll neben seiner toten Mutter. Den letzten Kontakt zu den Ämtern hatte die Mutter im April.

Wann genau die 26-Jährige und ihr Sohn starben, ist weiter unklar. Auch die Untersuchungen zur Todesursache dauerten an, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, Ricardo Schulz. „Es kann noch mehrere Wochen dauern, bis ein Ergebnis vorliegt.“

Die Ermittler schauen außerdem, ob den zuständigen Ämtern Fehler unterlaufen sind. „Wir prüfen, ob es Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Versäumnisse gibt“, sagte Schulz. Er betonte aber, dass in dieser Hinsicht noch alles „vollkommen offen“ sei.

dpa/kas

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