Streit um East Side Gallery

Künstler will nach Mauer-Durchbruch Verdienstkreuz zurückgeben

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Foto: Kani Alavi will sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben.

Berlin - Aus Protest gegen die Abrissarbeiten an der Berliner Mauer will der Vorsitzende der Künstlerinitiative East Side Gallery, Kani Alavi, sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben.

Alavi erhielt die Auszeichnung 2011, weil es sich mit seinem Verein jahrelang für den Fortbestand des längsten noch erhaltenen Mauerabschnitts eingesetzt hatte. „Es ist würdelos, wenn das Werk, für dessen Erhalt ich ausgezeichnet wurde, jetzt wieder von der Stadt zerstört wird“, sagte Alavi am Donnerstag und bestätigte damit Medienberichte.

Sein Verdienst werde so nicht mehr geachtet. „Ich bin gerade dabei, mich zu informieren, wie und wo ich die Auszeichnung zurückgeben kann“, sagte Alavi.

Trotz wochenlanger Proteste mit tausenden Demonstranten und trotz zahlloser Gespräche klafft seit Mittwochmorgen eine neue, nun sechs Meter breite Lücke im längsten noch erhaltenen Mauerstück. Diese diene als Zufahrt zur Baustelle seines geplanten Hochhauses, ließ Bauinvestor Maik Uwe Hinkel mitteilen. Die herausgetrennten Mauerteile würden nach Abschluss der Arbeiten wieder eingesetzt.

David Hasselhoff für Konzert

US-Sänger David Hasselhoff (60) lässt nicht locker: Er regt ein Konzert an, um die Berliner East Side Gallery zu erhalten. „Der Kampf ist noch nicht vorbei“, twitterte der „Baywatch“-Star. „Wir müssen uns vereinen, um den Verlust von Menschlichkeit und Freiheitswillen zu stoppen.“ Seine Fans ruft Hasselhoff auf, die Idee zu unterstützen, ein Konzert zu veranstalten, um die bemalte Mauer zu erhalten: „Twittert weiter unter dem Slogan #save the wall concert.“

Ein Investor hatte am Donnerstag überraschend vier weitere Teile der bemalten Mauer entfernt, worauf Hasselhoff getwittert hatte: „Es scheint, dass Geld und Bulldozer mehr Macht besitzen als die Demokratie“. Mitte März hatte der 60-Jährige an einer Demonstration in Berlin teilgenommen.

dpa

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