Kräuterzigaretten geraucht

Künstliche Drogen: Schüler in Lebensgefahr

Nienburg - Nicht nur „harte“ Drogen sind gefährlich: Drei Schüler in Nienburg haben – ohne von der Gefahr zu ahnen – Kräuterzigaretten geraucht und schwebten danach in Lebensgefahr. Der Fall ist nur ein Beispiel für den Trend zu neuen Rauschmitteln.

Drei junge Männer haben den Konsum künstlicher Drogen in Nienburg an der Weser beinahe mit ihrem Leben bezahlt. Die 17- bis 19-Jährigen seien am Montagabend hilflos in der Nähe eines Supermarktes beobachtet worden, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Sie wurden sofort in ein Krankenhaus gebracht. Anfangs schwebten die drei den Beamten zufolge in Lebensgefahr, inzwischen stabilisierte sich aber ihr Gesundheitszustand.

Die jungen Männer - Teilnehmer eines Berufsschullehrgangs aus Celle - hatten nach den bisherigen Ermittlungen unter dem Namen "King Kong" und "Devil Eye" vertriebene Kräutermixturen geraucht. Diese gehören zu den sogenannten Legal Highs. Das sind als Kräutermischungen, Badesalz oder Raumduft getarnte Drogen, die Experten wegen ihrer unberechenbaren Wirkung als sehr gefährlich einschätzen. Die Polizei führt nun Ermittlungen zur Herkunft der Substanzen.

Anstieg in Niedersachsen um 20 Prozent

Wie Bundeskriminalamt und Bundesregierung in Berlin mitteilten, gefährden sich immer mehr Menschen in Deutschland durch neue künstliche Drogen. So stieg die Zahl der Toten wegen Legal Highs und anderer synthetischer Rauschmittel binnen eines Jahres von 5 auf 25. Auch in Niedersachsen sind die synthetischen Drogen auf dem Vormarsch. Die Experten des Landeskriminalamtes in Hannover gehen von einem Anstieg der Fallzahlen um etwa 20 Prozent im vergangenen Jahr aus, wie sie auf dpa-Anfrage mitteilten.

Häufig hat die Polizei keine Handhabe, da die Substanzen zum Teil noch nicht in der Anlage zum Betäubungsmittelgesetz gelistet sind. Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) kündigte am Dienstag in Berlin eine entsprechende Gesetzesänderung an. Diese sollte zeitnah erfolgen, damit schnellstmöglich Rechtssicherheit gegeben ist, sagte eine LKA-Sprecherin.

dpa

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