Sommerferien in Niedersachsen

Küstenhotels erwarten Urlauberansturm

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Foto: Die beiden Bremerinnen Julia Averbeck (l.) und Birte Schiller cremen sichmit Sonnenmilch ein, um sich auf einen Wattspaziergang am Strand von Cuxhaven-Duhnen (Niedersachsen) vorzubereiten.

Spiekeroog/Goslar - Der Traum von sonnigen Sommerferien ist in Niedersachsen noch lange nicht ausgeträumt. Die Inseln haben sich auf einen Besucheransturm eingestellt, wenn am kommenden Mittwoch die Schulferien beginnen.

In den Ferienregionen an der Küste bereiten sich Hotels und Pensionen auf den Ansturm der Urlauber vor. Am Mittwoch beginnen in Niedersachsen die Sommerferien. Viele Gastgeber sind schon ausgebucht, aber in einigen Orten können kurz entschlossene Reisende noch Betten finden. In den vergangenen Wochen reisten weniger Tagesgäste als sonst an, ergab eine dpa-Umfrage. Auch im Harz und in der Heide haben die meisten Gäste schon weit im Voraus gebucht. Nach den jüngsten Wetterkapriolen mit Kälte, Hochwasser, Hitze und Unwettern hoffen die Urlauber nun auf eine sonnige Ferienzeit.

Auf der kleinsten ostfriesischen Insel Baltrum wird es im Juli und August voll, denn die Sommerferien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen versprechen die meisten Besucherzahlen. „Mit Auftritten der niedersächsischen Amateurtheater bieten wir Ende Juni ein echtes Highlight für unsere Gäste“, sagte Touristiker Stephan Moschner auf der Insel, die von Urlaubern gern auch „Dornröschen der Nordsee“ genannt wird.

Auf Borkum kann es an den nächsten Wochenenden schon eng werden. „Freie Betten lassen sich aber weiterhin finden“, versichert Malte Crede auf der größten ostfriesischen Insel. Von Besucherrückgang ist nichts zu spüren, die Prognosen klingen optimistisch: „Die Gäste kennen raues Wetter und stellen sich darauf ein.“ Auf Juist können sich kleine Urlauber bei einer Kinderuni über Klimawandel oder Konsumverzicht informieren, Spiekeroog bietet als einzige Insel den eigenen „Circus Tausendtraum“.

Auch Langeoog freut sich über eine gute Auslastung. Dass die Insel zusammen mit Borkum jüngst bei einem ADAC-Preisvergleich als „teuer“ abgeschnitten hat, kann Marketingchef Hinrik Dollmann nicht verstehen: „Langeoog bietet gerade als barrierefreie Insel viele besonderen Leistungen. Da bekommt jeder für die Kurtaxe von 3,50 Euro einen echten Gegenwert.“

Auf dem Festland ist die Buchungssituation ganz zufriedenstellend, etwa im Weserbergland. Dort freuen sich die Touristiker zwischen Hann.Münden und Porta Westfalica über steigende Gästezahlen. Dabei nimmt nicht nur die Zahl der deutschen Urlauber zu, es kommen auch immer mehr Holländer und Dänen. „Der Weser-Radweg ist rechtzeitig zu den Sommerferien wieder auf ganzer Länge zu befahren“, sagte Corinna Busch vom Weserbergland-Tourismus. Das Hochwasser der Weser sei so weit zurückgegangen, dass es keine Behinderungen mehr gebe.

Vor allem in den Städten ist schon jetzt viel Betrieb“, berichtet Eva Ronkainen vom Harzer Tourismusverband. „Goslar, Quedlinburg oder Halberstadt sind auch im Sommer Besuchermagneten.“ Aber auch in den höher gelegenen Ferienorten herrsche gute Stimmung. Dort werden in den Sommerferien vor allem Familien mit Kindern erwartet. Ein besonderes Angebot beginnt Anfang Juli: der Harzer Klostersommer. Dabei bieten die Klöster Wöltingerode, Drübeck, Michaelstein und Walkenried zahlreiche Kulturveranstaltungen an.

Nach dem langen Winter haben sich dagegen in der Heide weniger Besucher angekündigt. Auch blieben Gäste aus den Hochwassergebieten im Osten weg, sagte Touristiker Ulrich von dem Bruch in Lüneburg: „Viele müssen erstmal aufräumen und die Schäden beheben.“ Ansonsten geht der Trend in der Heide mehr zum Naturerlebnis: Wandern auf dem Heidschnuckenweg oder Nordic Walking in autofreier Umgebung.

dpa

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