24. Oktober

Länder planen 24-Stunden Blitzeraktion

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Teil des „Blitz-Marathons“: Ein Polizist installiert in Duisburg ein Radargerät.dpa

Hannover - Kampf den Rasern: Bei einer länderübergreifenden Tempolimitkontrolle wollen Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und die Niederlande am 24. Oktober 24 Stunden lang blitzen. Zu hohe Geschwindigkeit sei immer noch die häufigste Ursache für schwere Unfälle, heißt es zur Begründung.

In Nordrhein-Westfalen haben sie für die Aktion einfach nur den griffigeren Namen gefunden. Das ändert aber nichts daran, dass am 24. Oktober diesseits und jenseits der Ländergrenze dasselbe passiert: Dort wie hier wird landesweit die Geschwindigkeit der Autofahrer kontrolliert - am selben Tag für 24 Stunden. Während Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) von der „Verkehrssicherheitsinitiative 2020“ spricht, nennt sein Amtskollege in Düsseldorf, Ralf Jäger (SPD), die gemeinsame Raserjagd schlicht den „Blitz-Marathon“.

Zuletzt waren die Länder noch getrennte Wege gegangen. Wurden im August in Niedersachsen an 100 Unfallschwerpunkten Radargeräte aufgebaut, waren es in NRW im Juli 3142 Kontrollpunkte. Diesesmal passiert der „Blitz-Marathon“ gleichzeitig. „Rasen hört nicht an Ländergrenzen auf. Überall in Europa ist zu hohe Geschwindigkeit der Killer Nummer eins“, sagt Jäger zur Begründung. Und darum machen die Niederlande mit ihren Grenzen zu beiden Bundesländern auch gleich mit. „Klasse, dass das so läuft“, sagt ein Sprecher Jägers. „Wir wollen gemeinsam ein Signal setzen: Wir haben europaweit ein Geschwindigkeitsproblem.“

Im August wurden allein in Niedersachsen zwischen 30000 und 40000 Autofahrer kontrolliert. Dabei gingen der Polizei 3032 Raser ins Netz - obwohl die Kontrollstellen zuvor im Internet veröffentlicht worden waren. Ähnliche Erfahrungen hat die Polizei in NRW gemacht. Auch dort hat die Veröffentlichung der Blitzer die Autofahrer nicht davon abgehalten, zu schnell zu fahren. Die Polizei registrierte 39000 Geschwindigkeitsverstöße an nur einem Tag. Rund eine Million Autofahrer waren kontrolliert worden. Jäger hatte zuvor die Bürger NRWs in den „Blitz-Marathon“ eingebunden: Sie sollten Stellen im Straßennetz nennen, an denen ihrer Meinung nach gerast wird - 15000 Vorschläge gingen bei Polizei und Innenministerium ein. Auch dafür hat Jäger wieder eine prägnante Formulierung gefunden: Die von den Bürgern vorgeschlagenen Kontrollpunkte nennt er „Wutpunkte“. Die Aktion wurde dieses Mal nicht wiederholt. Es gebe noch einen Überhang an „Wutpunkten“ vom letzten Mal.

Niedersachsen und NRW arbeiten nun auch deshalb zusammen, weil Innenminister Schünemann ohnehin vorgehabt hatte, die Aktion zu wiederholen. Nach Angaben Schünemanns sind Geschwindigkeitsüberschreitungen die Hauptunfallursache auf Niedersachsens Straßen. Die „Verkehrsinitiative 2020“ hat das Ziel, die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten und Toten bis zum Jahr 2020 um ein Drittel zu reduzieren. Dazu gehört, dass die Großkontrollen im regelmäßigen Abstand wiederholt werden, damit sie sich im Bewusstsein der Autofahrer festsetzen. Auch vor dem 24. Oktober sollen die Kontrollen wieder im Internet veröffentlicht werden, kündigt eine Sprecherin Schünemanns an.

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