Flüchtlingsheim in Osterode

Land begrüßt Initiative von Til Schweiger

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Foto: Die ehemalige Rommel-Kaserne in Osterode soll durch Schweiger zum Vorzeige-Flüchtlingsheim werden.

Osterode - Til Schweiger stößt mit seiner Idee einer Flüchtlings-Unterkunft mit gehobener Ausstattung in derRommel-Kaserne in Osterode bei Niedersachsens Landesregierung auf Zustimmung. "Ich begrüße den Vorstoß und freue mich außerordentlich darüber", sagte Innenminister Boris Pistorius in Hannover.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will sich in den kommenden Tagen mit Schauspieler Til Schweiger treffen, um über dessen Pläne für ein Flüchtlingsheim in Osterode zu sprechen. Das Engagement von prominenter Seite könne auch andere motivieren, sich einzubringen, so Pistorius. Wer das Heim betreiben wird, ist noch unklar. Die Firma Princess of Finkenwerder, die die Immobilie gekauft hat, habe keine Erfahrungen mit der Betreuung von Flüchtlingen, sagte Pistorius.

Til Schweiger hatte am Wochenende angekündigt, ein Flüchtlingsheim aufzubauen. Mit Freunden habe er in Osterode eine ehemalige Kaserne gekauft, teilte er mit. Das Land will dort eine weitere Erstaufnahmestelle einrichten und voraussichtlich die Räumlichkeiten mieten. Zuvor wollen Schweiger und Wolfgang Koch, Geschäftsführer von Princess of Finkenwerder, die Kaserne herrichten – Freizeitangebote, Sportmöglichkeiten und Werkstätten sollen entstehen. „Schweigers Engagement kommt zur richtigen Zeit“, sagt Pistorius.

Die Bürgerinitiative, die im März gegen die Firma Princess of Finkenwerder als potenziellen Betreiber protestiert hat, gibt sich zurückhaltend. „Wir haben dem Management von Herrn Schweiger einen Brief geschickt und um Stellungnahme zu seiner Rolle gebeten“, sagt der Vorsitzende der „Initiative für Osterode“, Bernd Hausmann. Sollte Schweiger nur das Geld und seinen guten Namen geben, ändere sich an der Situation nichts. „Flüchtlingsheime sollen von Organisationen geleitet werden, die sich damit auskennen“, sagt Hausmann.

Niedersachsens Erstaufnahmelager sind überfüllt. Mehr als 8000 Asylsuchende sind in den Einrichtungen in Friedland, Bramsche, Braunschweig und Osnabrück untergebracht, doch sind sie nur für 4800 Menschen ausgelegt. Eine fünfte Einrichtung eröffnet das Land demnächst in Oldenburg, zwei weitere Standorte in Cuxhaven und in Neu Tramm im Wendland sind im Gespräch.

von Isabel Christian und Andreas Schinkel

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