Waldbestand

„Land schützt Buchenwälder unzureichend"

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Herbstlich verfärbte Laubbäume, darunter einige Buchen, stehen in der Eilenriede in Hannover. Nach Ansicht von Greenpeace schützt das Land Buchenwälder nur unzureichend.

Hannover - Das Land tut nach Ansicht von Greenpeace nicht genug für den Schutz der Buchenwälder. Die Umweltschutzorganisation fordert einen sofortigen Einschlagstopp für alte Wälder.

Greenpeace wirft der Landesregierung vor, viel zu wenig für den Schutz der Buchenwälder zu tun. Bis 2020 sollen zehn Prozent des deutschen Waldes aus der fortwirtschaftlichen Nutzung genommen werden.

In Niedersachsen stünden derzeit gerade einmal vier Prozent unter Schutz, sagte Gesche Jürgens, Waldexpertin bei Greenpeace, gestern in Hannover. Vor allem in alten Laubwäldern sollten keine Bäume mehr abgeholzt werden.

Mit 1,1 Millionen Hektar verfüge das Land über den drittgrößten Waldbestand in Deutschland. Jürgens kritisierte, dass das Land sich weigere, detaillierte Daten über die Buchenwälder zur Verfügung zu stellen. Deshalb habe Greenpeace mit dem BUND auf Herausgabe der Informationen geklagt. Nach einem Gutachten seien mindestens 32 Flächen als „Naturwälder“ auszuweisen. Für Wälder, die älter als 140 Jahre sind, fordert Greenpeace einen „sofortigen Einschlagstopp“.

Die Niedersächsischen Landesforsten und das Landwirtschaftsministerium wiesen die Darstellung umgehend zurück. „Greenpeace ist auf dem Holzweg“, sagte Minister Gert Lindemann. Die Vorwürfe zeigten, wie wenig die Umweltschutzorganisation die Wirklichkeit des niedersächsischen Waldes kenne.

„Wir haben Greenpeace transparent und umfassend geantwortet“, sagte auch Landesforsten-Präsident Klaus Merker. Nur ein kleiner Teil der Daten sei aus geschäftlichen Gründen nicht veröffentlicht worden. Derzeit seien nicht vier, sondern sieben bis acht Prozent des Waldes aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen.

Der Anteil der mehr als 160 Jahre alten Buchenwälder habe sich in den vergangenen 20 Jahren auf rund 5300 Hektar verdoppelt. Das Land pflanze junge Buchen nach, sodass sich unter dem Schirm großer Fichten- und Kiefernwälder der Buchenbestand immer weiter ausdehne. Derzeit liegt der Buchenanteil bei 21 Prozent, in den nächsten Jahren soll er auf 27 Prozent anwachsen.

Greenpeace wies darauf hin, dass die 5300 Hektar der uralten Buchenwälder gerade einmal 0,5 Prozent der gesamten Waldfläche ausmachten.

Die Linken unterstützten die Umweltschützer in ihrer Kritik. Agrar-Expertin Marianne König sagte: „Gerade ungenutzte Buchenwälder sind wichtig für die Artenvielfalt und leisten als CO2-Speicher einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz.“

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