Forderung der Fördergesellschaft

Land soll Gartenschauen mitfinanzieren

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Hannover - Nach der Absage der Landesgartenschau in Bad Iburg durch den Rat der Stadt fordert der Mitveranstalter eine stärkere finanzielle Beteiligung des Landes. „Ansonsten ist das Risiko für die Kommunen zu groß“, sagt der Geschäftsführer der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Niedersachsen (FLN), Harald Mikulla.

Er fordert eine Unterstützung zwischen 3 und 5  Millionen Euro.„Wenn sich nichts ändert, sehe ich schwarz für die Veranstaltung.“

Die FLN veranstaltet die Landesgartenschauen gemeinsam mit der jeweiligen Kommune. Bis 2006 beteiligte sich das Land an den Kosten. Winsen an der Luhe habe damals noch 3 Millionen Euro erhalten, berichtet Mikulla. Im Jahr 2007 änderte die damalige schwarz-gelbe Landesregierung mit einem Grundsatzbeschluss die Formalitäten. Seitdem bekommen die Kommunen nur noch Investitionszuschüsse aus bestehenden Förderprogrammen. Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder Bayern unterstützten ihre Landesgartenschauen mit jeweils rund 3 bis 5 Millionen Euro. „Das ist der Richtwert“, so Mikulla.

Der Bund der Steuerzahler lehnt eine Beteiligung des Landes hingegen ab. „Mehrmonatige Blütenträume haben viel zu oft schon finanziell verbrannte Erde hinterlassen“, sagt der Vorsitzende Bernhard Zentgraf. „Deshalb kommen nur wirtschaftlich gesunde Kommunen, die das damit verbundene Risiko selbst tragen können, als Ausrichter von Landesgartenschauen infrage.“ Nach dem Grundsatzbeschluss von 2007 sei eine spezielle Investitionsförderung genauso ausgeschlossen wie jedwede finanzielle Beteiligung des Landes an dem laufenden Betrieb, so Zentgraf weiter.

Der Bund der Steuerzahler appelliere daher an das Land, an diesem Beschluss festzuhalten und auf die Durchführung der Landesgartenschau notfalls zu verzichten.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium will nun „im Lichte der frischen Entscheidung keine Schnellschüsse fabrizieren“, sagt Ministeriumssprecher Klaus Jongebloed. Man werde nun „alle Optionen prüfen“, wie es mit den Landesgartenschauen weitergehen kann.

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