Orkan "Xaver" bringt Flut

"Land unter" auf den Halligen

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Langeneß - "Kaum einer wird heute Nacht ein Auge zumachen", sagt der Postschiffer auf Langeneß. Auf der nordfriesischen Hallig herrscht bereits "Land unter". Die Anspannung der Bewohner steigt. Auch andere Halligen wurden bereits überflutet.

Die Nordsee überspülte auf der größten Hallig Langeneß zunächst die Nordwestspitze um das Hotel Anker's Hörn. Auch die benachbarte Hallig Hooge melde teils "Land unter", sagte Erco Jacobsen, Leiter des Touristikbüros Hooge. Die weiter steigende Flut bahnt sich über die flachen Halligen rasch ihren Weg. Noch ungefährdet sind die Warften, künstliche Erdhügel, auf denen alle Häuser auf den Halligen gebaut sind.

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In der Nacht soll das Hochwasser mit 3,50 Meter über dem mittleren Hochwasser jedoch noch höher ausfallen. Mit Sandsäcken und Wasserabweisern vor den Häusern, Schotten an Fenstern und Türen haben die Bewohner versucht, sich gegen die Sturmflut zu wappnen. Alle losen oder gefährdeten Gegenstände wurden sicher verstaut oder festgebunden, teils auch Dachziegel festgenagelt. Rinder wurden in Ställe oder kleine erhöhte Außenkoppeln auf den Warften in Sicherheit gebracht.

Die wenigen Touristen erhielten seit Mittag den Rat, wegen des Sturms und Hochwassers, die jeweilige Warft nicht zu verlassen. "Sollte das Hochwasser in der Nacht wie angekündigt 3,50 Meter steigen, könnte sogar auf einigen Warften die Nordsee gegen die Häuser schwappen", sagte Langeneß' Bürgermeisterin Heike Hinrichsen.

Die gleiche Sorge gibt es auch auf Hooge. Fiede Nissen, der auf Langeneß lebt und seit 36 Jahren Postschiffer für vier Halligen ist, meinte: "Kaum einer auf den Halligen wird heute Nacht ein Auge zumachen. Es herrscht schon Anspannung."

dpa

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