Entlastung der A2

Land will neue Autobahn nach NRW

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Foto: Das Land Niedersachsen plant eine Parallelstrecke zur chronisch überlasteten A2.

Hannover - Ginge es allein nach den Wünschen des Landes Niedersachsen, würde der Bund irgendwann in den Jahren 2015 bis 2030 eine neue Autobahn zur Entlastung der A 2 bauen. Die Strecke würde als Verlängerung der A 39 von Salzgitter über Holzminden führen und bei Paderborn in Nordrhein-Westfalen auf die A 44 stoßen.

„Wir haben ein Problem auf der A 2 – gerade in den Spitzenzeiten“, sagte Christian Budde aus dem Verkehrsministerium in Hannover.

Das Land will den Vorschlag daher für den nächsten Bundesverkehrswegeplan anmelden, wie der Ministeriumssprecher am Mittwoch erklärte. In diesem Plan, der im kommenden Jahr festgezurrt wird, werden die wichtigen Vorhaben für den Zeitraum 2015 bis 2030 festgeschrieben. Die Autobahn 2 durchschneidet von der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen über Hannover bis nach Helmstedt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt einmal das gesamte Land. Sie gilt als eine der meistbefahrenen Autobahnen in Deutschland und ist spätestens seit der EU-Osterweiterung chronisch überlastet.

Niedersachsen plant daher weitere Strecken zur Entlastung der „Warschauer Allee“, wie die A 2 auch wegen der vielen Lkw aus Polen genannt wird: Die B 65 von Hannover über Minden nach Osnabrück soll nach den Wünschen des Landes so ausgebaut werden, dass sie einen Teil des Verkehrs von der A 2 übernehmen könnte. Auch die B 188 von Wolfsburg in Richtung Berlin soll erweitert werden.

Die spektakulärste Idee in der 211 Projekte langen Wunschliste des Landes ist aus südniedersächsischer Sicht aber die neue Autobahn durch das Weserbergland. Für den Landkreis Holzminden würde ein lang gehegter Traum wahr: ein Anschluss an das Autobahnnetz. Der Weg dahin ist allerdings noch weit. Das Projekt habe den Status „Idee“, sagt Ministeriumssprecher Budde. „Es gibt nicht einmal einen Raumordnungsbeschluss.“ Der steht ganz am Anfang eines solchen Großvorhabens. „Bis etwas Konkretes da ist, vergehen noch Jahre.“

Darauf weist auch Innenminister Uwe Schünemann hin, der seinen Wahlkreis in Holzminden hat. Schünemann sagte dem „Täglichen Anzeiger“ in Holzminden: „Dies ist wirklich nur eine Idee, die jetzt aber diskutiert werden muss“.

Nachdem die Liste mit den Wunschprojekten der Landesregierung gestern im Internet veröffentlicht wurde, will das Land sie in einem nächsten Schritt im September und Oktober in vier sogenannten Regionalkonferenzen diskutieren. In Oldenburg, Lüneburg, Braunschweig und Hannover sollen örtliche Planungs- und Naturschutzbehörden mit Kammervertretern und Verbänden über die Vorschläge des Landes diskutieren. Auch Bürger sollen Einsicht in die Planungen nehmen. Stoßen sie auf Gegenliebe, werden sie im kommenden Jahr in Berlin beim Bundesverkehrsministerium für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Selbst dann ist allerdings noch nicht gesagt, dass die Autobahn endlich nach Holzminden kommt. Alles steht unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit – und der Bund ist klamm.

Karl Doeleke und Birgit Schneider (mit: lni)

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