Hilfe für Landwirte

Land zahlt für besseren Schutz vor Wölfen

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In Niedersachsen gibt es derzeit rund 50 Wölfe.

Hannover - Seitdem wieder Wölfe durch Niedersachsen streifen, kommt es vereinzelt zu unschönen Szenen. Bislang zahlt das Land nur Entschädigungen, wenn Schafe und Ziegen gerissen werden. Das soll sich ändern: Künftig gibt es auch Geld für Schutzzäune und Hunde.

Mit einer neuen Förder- und Entschädigungspraxis will das Land bei den niedersächsischen Landwirten die Ablehnung und Angst vor Wölfen senken. Pro Jahr stünden zunächst insgesamt 100 000 Euro zur Verfügung, mit denen in erster Line Schaf- und Ziegenhalter beim Kauf von Elektrozäunen und Schutzhunden finanziell unterstützt werden sollen. „Das ist ein wichtiger Schritt zur Akzeptanzförderung des vom Menschen in Deutschland ausgerotteten und nun zurückgekehrten Wolfes“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne)am Mittwoch inHannover. Aus dem Fördertopf sollten in nachgewiesenen Fällen von Wolfs-Rissen auch die Tierhalter entschädigt werden.

Wenzel warnte davor, in Wölfen eine direkte Bedrohung zu sehen: „Der Wolf ist nicht von Natur aus böse oder gefährlicher als andere Wildtiere.“ In der Regel würden Menschen die scheuen Waldbewohner gar nicht entdecken. Landesweit gebe es derzeit rund 50 Wölfe. Die fünf nachgewiesenen Wolfsfamilien lebten vorwiegend im Nordosten des Landes, in dünn besiedelten Räumen wie der Heide und dem Emsland.

„Der Wolf gehört zu den international streng geschützten Arten. Seine Rückkehr nach Niedersachsen ist ein gutes Zeichen für die hiesige Artenvielfalt“, sagte Wenzel. Mit der neuen Richtlinie solle ein entscheidender Beitrag zu einem möglichst konfliktarmen Nebeneinander geleistet werden. „Künftig kommt das Land nicht mehr nur für Schäden auf, die der Wolf verursacht, sondern fördert auch den Herdenschutz.“

Bis zu 5000 Euro pro Tier

Um in den Genuss der Entschädigungszahlung zu kommen - pro Tier maximal 5000 Euro -, muss der Besitzer wie bislang auch per Gentest nachweisen, dass es auch wirklich ein Wolf war, der es gerissen hat. Oft seien auch wildlebende Hunde für gerissene Schafe oder Ziegen verantwortlich, sagte Wenzel. Sollten größere Tiere wie Pferde oder Rinder gerissen werden, müsse individuell geschaut werden, ob der Schaden auch durch den Fördertopf abgedeckt werden könne. Letztlich sei die Zahlung eine freiwillige Leistung des Landes.

Sollte sich herausstellen, dass die 100 000 Euro nicht ausreichen, um alle Entschädigungen und Anschaffungen zu finanzieren, kündigte Wenzel zudem eine Aufstockung an. Er gehe aber davon aus, dass der Etat genüge, da im laufenden Jahr erst 15 000 Euro an Entschädigungen ausgezahlt werden mussten. Landesweit seien 29 Vorfälle angezeigt worden, in denen Wölfe nachweislich Tiere gerissen hatten. Nur einmal waren davon zwei junge Rinder betroffen, ansonsten wurden immer Schafe und Ziegen gerissen.

Bei der Anschaffung von Schutzzäunen oder Hunden zum Schutz der Herden können die Besitzer maximal 80 Prozent vom Land erstattet bekommen. Die entsprechenden Anträge können ab sofort im Internet auf der Homepage des Umweltministeriums heruntergeladen werden. Dort erfahren interessierte Antragsteller auch, ob sie in einem für die Förderung berechtigten Gebiet wohnen. Dazu muss etwa die dauerhafte Anwesenheit von Wölfen seit mehr als sechs Monaten nachgewiesen sein.

dpa

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