Ausstellung

Landfrauen zeigen ihr Leben

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Mehr als ein Acht-Stunden-Tag: Frauke Pralle bei der Heuernte, Stephanie Hemme widmet sich mit ihrem „Milchtaxi“ den Kälbern.

Winsen - Was kennzeichnet das Leben einer niedersächsischen Bäuerin im 21. Jahrhundert? Eine überzeugende Antwort auf diese Frage präsentiert der Heimatverein in Winsen/Aller (Kreis Celle).

Sieben Landfrauen werden in einer Fotoausstellung vorgestellt, ungeschönt und keineswegs romantisierend. Gabriele Scheibner, eine gebürtige Frankfurterin, hat die Bäuerinnen viele Monate beobachtet und im Alltagsleben mit der Kamera begleitet. Das Ergebnis besteht aus 70 großformatigen Bildern und einem umfangreichen Katalog. Auch wenn die Farbfotos auf dem Winser Museumshof zu sehen sind - sie sind alles andere als museal, sondern gewähren eine tiefen Einblick in die Wirklichkeit auf den Höfen.

Scheibner zeigt zum Beispiel Stephanie Hemme, eine Bäuerin aus Walle (Kreis Celle). Auf dem Betrieb, in den sie vor mehr als zwei Jahrzehnten eingeheiratet hat, leben fast 1000 Tiere - Milchkühe, deren Kälber und eine ganze Menge Rinder. Stephanie Hemme kennt keinen Acht-Stunden-Tag. Sie ist für die Versorgung der Kälber verantwortlich und deshalb von frühmorgens bis spät am Abend gefordert. Dass ihr die Arbeit als Bauersfrau dennoch Spaß macht, ist gut erkennbar. Hannelore Fricke ist schon seit mehr als 40 Jahren Bäuerin in Bannetze (Kreis Celle). Dort unterstützt die gelernte Hauwirtschafterin ihren Mann bei der Arbeit im Schweinestall, in dem vor allem Sauen und Ferkel leben.

Wie hart die Arbeit der Bäuerinnen zeitweilig ist, gibt insbesondere Frauke Pralle aus Wolthausen zu erkennen. Sie widmet sich vielen Facetten des Ackerbaus und - was viele Ausstellungsbesucher überrascht - ist zudem in der Holzwirtschaft aktiv.

Dass die Ausstellung überhaupt entstanden ist, dazu hat Annemarie Adden aus Winsen entscheidend beigetragen, indem sie der Fotografin viele Türen öffnete. Dies war der Bäuerin und Hofladenbetreiberin ein echtes Anliegen. Denn sie ist fest davon überzeugt, dass „Frauen die tragenden Säulen in der Landwirtschaft“ sind.

Die Ausstellung „Bäuerinnen im 21. Jahrhundert“ ist noch bis zum 28. Oktober zu sehen, mittwochs und sonnabends von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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