Prozess in Braunschweig

Lange Haftstrafe für Tritte gegen Kopf

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Braunschweig - Die Strafe liegt am oberen Rand des Möglichen: Sieben Jahre und zwei Monate muss ein 26-Jähriger wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung ins Gefängnis. Das Opfer der Prügelattacke ist nach Tritten gegen den Kopf noch immer auf fremde Hilfe angewiesen.

Ein 26 Jahre alter Mann ist am Freitag vom Landgericht Braunschweig wegen einer Prügelattacke zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der alkoholabhängige Angeklagte einen 25-Jährigen im Umfeld des Braunschweiger Rotlichtmilieus mit Tritten gegen den Kopf lebensgefährlich verletzt hat. Die Kammer verurteilte ihn wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung und ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Da der Angeklagte bis zuletzt vorgab, sich an die Tat nicht zu erinnern, musste in der umfassenden Beweisaufnahme geklärt werden, dass er der Täter ist. Insbesondere die Zeugenaussage einer Prostituierten und eines Taxifahrers hatten den Verdacht erhärtet. Beide hatten den Beschuldigten beobachtet, wie er mehrfach auf den Kopf seines Opfers eingetreten hatte. Erst das beherzte Hupen des Taxifahrers hatte den Angeklagten dazu bewegt, abzulassen. Ohne sich um den bewusstlosen Mann zu kümmern, hatte er den Tatort verlassen.

Das Opfer ist seitdem auf Pflege und intensive Betreuung angewiesen – wird künstlich ernährt. Bleibende Schäden sind wahrscheinlich. Mit dem Strafmaß blieb das Gericht am oberen Rand des Möglichen. Von einer höheren Strafe sei nur abzusehen, da eine verminderte Schuldfähigkeit wegen einer dissozialen Persönlichkeitsstörung und Alkoholmissbrauch nicht ausschließen sei.

„Betrunken sind sie nichts anderes als ein rücksichtloser Schläger“, sagte der Vorsitzende Richter Ralf-Michael Polomski in seiner Urteilsbegründung. Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte hat jetzt die Chance nach einer erfolgreichen Therapie in der Entziehungsanstalt, deutlich früher frei zu kommen. „Nutzen sie die Chance, ihr Leben noch zu ändern“, so der Richter abschließend. Der Verteidiger kündigte an, eine Revision zu prüfen.

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