Ariel Castro

Lebenslang für Entführer von Cleveland

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Foto: "Ich bin kein Monster. Ich bin krank." - Ariel Castro vor Gericht.

Washington - Ariel Castro muss für den Rest seines Lebens hinter Gitter. Er sei von Sex abhängig, aber kein Monster, versuchte der Entführer vor dem Gericht glaubhaft zu machen. Eines seiner Opfer rechnete mit ihm ab.

Er hielt drei Frauen jahrelang in Cleveland gefangen und misshandelte sie - nun ist der Entführer Ariel Castro zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung verurteilt worden. 937 Punkte enthielt die Anklage, darunter Vergewaltigung und Freiheitsberaubung. Der 53-jährige Castro, der im orangefarbenen Gefangenenanzug im Gericht erschien, hatte sich bereits für schuldig erklärt und entging damit der im US-Staat Ohio möglichen Todesstrafe. Zu den Opfern darf er künftig nie mehr Kontakt haben. Vor der Urteilsverkündung entschuldigte sich Castro bei den Frauen, die er nacheinander entführt und teils mehr als zehn Jahre lang gefangen hielt, quälte und sexuell missbrauchte.

"Es tut mir aufrichtig leid, was geschehen ist", sagte er schluchzend. Er bekräftigte, er könne sich selbst nicht erklären, wie er so grausam sein konnte. Bis heute versuche er, seine eigenen Fragen zu beantworten. Letztlich hoffe er, dass die Opfer ihm eines Tages verzeihen könnten. Mehrfach versicherte Castro, nicht in böser Absicht gehandelt zu haben und kein gewalttätiger Mensch zu sein. "Ich bin kein Monster. Ich bin krank."

In seiner weitläufigen, frei gesprochenen Erklärung sagte er, sexsüchtig zu sein. Der Sex mit den Frauen habe einvernehmlich stattgefunden, meinte Castro. Er bestritt, sie geschlagen oder gefoltert zu haben. Castros Schuldbekenntnis hatte zwar bewirkt, dass seine Opfer vor Gericht nicht aussagen mussten. Eine der gekidnappten Frauen rechnete dennoch mit dem Täter ab: "Ich habe elf Jahre in der Hölle verbracht", sagte Michelle Knight (32) unter Tränen. "Nun beginnt Deine Hölle. Ich werde alles Geschehene überwinden. Aber Du wirst für immer die Hölle durchleben müssen."

Castro war als Hauptverdächtiger Anfang Mai festgenommen worden, nachdem sich in Cleveland eine Frau aus seinem Haus befreit und die Polizei alarmiert hatte. Zwei weitere Frauen sowie ihre vom Vergewaltiger gezeugte Tochter konnten ebenfalls gerettet werden.

dpa

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