„AIDAstella"

Letzter AIDA-Luxusliner verlässt Meyer-Werft

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Die „AIDAstella" ist in Emden angekommen: Naturschützer kritisieren Zustand der Ems.

Papenburg - Der neuste Kreuzfahrtriese der Meyer Werft, die „AIDAstella", hat ihre erste Fahrt erfolgreich beendet. Am Samstag machte das Schiff in Emden fest. Umweltschützer beobachten mit Sorge die Veränderungen an der Ems.

Die „AIDAstella", das neueste Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, hat ihre erste Reise gut hinter sich gebracht. Am Samstag legte der 253 Meter lange Luxusliner am Pier in Emden an.

Wie üblich legte das Schiff seinen Weg über die schmale Ems wegen der besseren Manövrierbarkeit im Rückwärtsgang zurück, gesteuert vom Team der Emder Lotsenbrüderschaft. Die Passage war zuvor im Simulator geübt worden. Die „AIDAstella" ist eine schwimmende Kleinstadt und bietet Platz für annähernd 2200 Passagiere. Sie ist vorerst das letzte von sieben Schiffen, das die Meyer Werft für die Rostocker Reederei AIDA Cruises gebaut hat. Im März soll der Luxusliner übergeben werden.

Naturschützer hingegen kritisieren seit Jahren die Veränderungen an der Ems und sehen ökologische Probleme. Der Grund dafür seien die jahrzehntelangen Ausbaggerungen und Anpassungen des Flusses, sagte Hajo Rutenberg von der Bürgerinitiative „Rettet die Ems". Die Eingriffe am Fluss würden mit der Überführung immer größerer Schiffsneubauten für die Papenburger Meyer Werft gerechtfertigt.

Mit der Ausweitung der Stauzeiten am Emssperrwerk um zwei Wochen stehen dem Fluss weitere Eingriffe bevor. Der Landkreis Emsland hatte dies beantragt, um der Meyer Werft mehr Spielraum bei der Überführung neuer Kreuzfahrtriesen zu verschaffen. Landwirte und Naturschützer hatten bei der Anhörung zu diesem Planfeststellungsverfahren ihre Bedenken vorgetragen.

Die neue Landesregierung ist nach Ansicht der Bürgerinitiative in der Pflicht, eine Wende für die belastete Ems-Region einzuleiten. Ansonsten seien die Probleme für Häfen, Tourismus, Fischerei, Landwirtschaft und auch für die Werft kaum noch zu lösen.

„Frühere Vereinbarungen mit der Werft werden nicht angemessen umgesetzt", kritisierte Beatrice Claus von der Umweltstiftung WWF die geplanten neuen Eingriffe. Die Schäden in der Natur wie der Vogelwelt müssten ausgeglichen werden. Die dafür vorgesehenen Maßnahmen seien jedoch nicht ausreichend. Es seien nur Pflichtaufgaben vorgesehen, die das Land ohnehin umsetzen müsste. „Wir erwarten vom Land, dass frühere Versprechungen eingehalten werden", sagte Claus.

Schon in wenigen Wochen steht die nächste Überführungsfahrt an: Die „Norwegian Breakaway" wird Ende Februar das überdachte Baudock verlassen und im April an Norwegian Cruise Line (Miami) übergeben. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) will Anfang März über den Antrag entscheiden, die Stauzeiten von Mitte bis Ende März auszuweiten. Das könnte der Meyer Werft Luft verschaffen, falls es Anfang März zu Verzögerungen bei der Überführung der „Norwegian Breakaway" kommen sollte.

dpa

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