35 Monate nach Unglück

Letztes Costa-Concordia-Opfer gefunden

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Genua - Beim Untergang des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia im Januar 2012 verloren 32 Menschen ihr Leben – erst jetzt ist der Leichnam des letzten Opfers gefunden worden.

Die Leiche des bislang vermissten indischenKellners wurde bei den Abwrackarbeiten in einer Kabine des Schiffs entdeckt, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Montag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft vonGenua berichtete. Das für die Demontage zuständige Konsortium bestätigte auf dpa-Anfrage, dass amVormittag sterbliche Überreste gefunden worden seien, vermutlich die des Gesuchten. Laut Ansa werden sie nun noch rechtsmedizinisch untersucht.

Die Reederei Costa Crociere, für die der Anfang 2012 vor der Insel Giglio gesunkene Kreuzfahrtriese einst unterwegs war, wandte sich an die Hinterbliebenen und sprach der Familie ihr tiefes Beileid "in diesem Moment desSchmerzes" aus. Das Gedenken an den Kollegen und alle anderenOpfer werde "für immer lebendig bleiben in den Herzen und der Erinnerung von Costa Crociere".

Die Leiche des Mannes wurde in einemTeil des Schiffes gefunden, der bislang wegen der Zerstörung bei der Havarie nicht zugänglich war, wie Ansa weiter schrieb. In der Kleidung sei auch ein Ausweis gefunden worden, der den Namen des Kellners trage.

Das Kreuzfahrtschiff war mit mehr als 4200 Menschen an Bord im Januar 2012 vor Giglio auf einen Felsen gefahren. 32 Menschen kamen ums Leben, darunter zwölf Deutsche.Bei den gefährlichen Bergungsarbeiten war Monate später zudem ein Taucher getötet worden.

Nach der komplizierten und langwierigen Bergung des havariertenSchiffs wurde es auf einer mehrtägigen Reise in diesemSommer vom Unglücksort über 350 Kilometer durch das Mittelmeer in der Hafen vonGenua geschleppt.Das Wrack soll in der norditalienischen Hafenstadt verschrottet werden. Der Kapitän der "Costa Concordia",Francesco Schettino, muss sich vorGericht unter anderem wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

dpa

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