Uni Lüneburg

Leuphana-Plan hat juristisches Nachspiel

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Angebliche Ungereimtheiten beim Neubau des Hauptgebäudes der Lüneburger Uni Leuphana beschäftigen nun auch die Staatsanwaltschaft Verden.

Hannover - Die seltsamen Vorgänge rund um die Planung des neuen Zentralgebäudes der Uni Lüneburg haben jetzt juristische Konsequenzen: Die Staatsanwaltschaft Verden teilte am Mittwoch mit, dass es „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für den Vorwurf der Untreue“ gebe.

Ein Verfahren sei daher gegen den Vizepräsidenten der Uni, Holm Keller, eingeleitet worden. Dies werde von der Staatsanwaltschaft in Stade bearbeitet.

Keller wird in dem Untersuchungsbericht der EU-Antibetrugsbehörde „Olaf“ vorgehalten, die Uni habe bei der Planung des Zentralgebäudes die Ausschreibungspflichten „bewusst umgangen“. Der New Yorker Architekt Daniel Libeskind war von der Uni mit einer Honorarprofessur bedacht worden und hatte die Planung übernommen. Keller und Libes-kind seien früher geschäftlich miteinander verbunden gewesen. Die Stelle von Libeskind war 2007 allein im niedersächsischen Ministerialblatt ausgeschrieben worden – womit der Kreis möglicher Interessenten, wie „Olaf“ bemängelt, eingeschränkt worden sei. Planungsleistungen seien an Architektenbüros gegangen, die mit Libeskind in engem Kontakt stehen.

Die Verdener Staatsanwaltschaft erklärt, dass keine Ermittlungen wegen Korruption oder Wettbewerbsdelikten aufgenommen werden – die Staatsanwaltschaft Stade werde aber auch „Hinweisen auf einen Subventionsbetrug nachgehen“. SPD und Grüne forderten gestern eine lückenlose Aufklärung.

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