Tragischer Unfall auf der A3

LKW-Fahrer will helfen und wird getötet

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Foto: Ein beschädigter PKW und ein Lastwagen stehen am 07.09.2015 in Neumarkt (Bayern) nach einem Unfall auf der Autobahn 3 (A3).

Neumarkt/Oberpfalz - Ein Lastwagenfahrer will bei einem Unfall auf der Autobahn helfen. Er steigt aus und wird von einem anderen Wagen erfasst und 80 Meter durch die Luft geschleudert. Sein fünfjähriger Sohn hat die Tragödie wohl mitangesehen.

Seine Hilfsbereitschaft ist einem Lastwagenfahrer in der Oberpfalz zum tödlichen Verhängnis geworden. Nach Angaben der Polizei stoppte der 35-Jährige am Montagabend seinen Lastwagen auf der linken Spur der Autobahn 3 bei Neumarkt und eilte zu einem leicht verletzten Autofahrer, der mit seinem Wagen in die Leitplanke geschleudert war.

Während sich der Lasterfahrer um den Verletzten kümmerte, übersah ein weiterer Autofahrer die Unfallstelle und raste mit seinem Wagen in das verunglückte Fahrzeug. Dabei erfasst er den Ersthelfer. Der 35-Jährige wurde etwa 80 Meter durch die Luft geschleudert und starb noch an der Unfallstelle.

Kein Tempolimit

Auf dem Beifahrersitz des Lastwagens saß der fünf Jahre alte Sohn des Mannes. "Eine Mitarbeiterin der Freiwilligen Feuerwehr, die Kindergärtnerin ist, hat sich sofort um den Jungen gekümmert und ihn zunächst zur Wache mitgenommen", erläuterte Manfred Forster von der Autobahnpolizei Parsberg. Dort kümmerte sich dann das Kriseninterventionsteam um den Fünfjährigen. Der 29 Jahre alte Unfallverursacher kam mit Augenverletzungen in ein Krankenhaus. Gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Autobahn war für etwa vier Stunden gesperrt.

Am Unfallort gilt kein Tempolimit, zum Zeitpunkt der Tragödie war es noch hell. Nach Angaben der Autobahnpolizei ist der Bereich jedoch sehr kurvig, durch das Gefälle würden hohe Geschwindigkeiten erreicht. Autobahnpolizist Forster riet daher den Autofahrern, die bei einem Unfall auf der Autobahn helfen wollen: "Sie sollten sofort mit den Verletzten hinter die Leitplanke in den Böschungsbereich gehen. Dort ist es etwas sicherer."

Von André Jahnke

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