Nicht gefunden

Der Lotto-Verlierer

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Lotto Pech: Ein Spieler verschläft seinen Gewinn von 1,15 Millionen Euro.

Hannover - Ein Lottospieler aus Baden-Württemberg gewinnt 1,15 Millionen Euro, holt seinen Gewinn aber nicht ab. Versuche den Spieler ausfindig zu machen scheiterten und das obwohl die Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn bei 1 zu 140 Millionen liegt. Doppeltes Pech.

Sie haben wirklich alles versucht: Aufrufe im Radio veröffentlicht, das Thema an die regionalen Zeitungen herangetragen – und vor allem ganz fest darauf vertraut, dass schon niemand sein Glück so einfach sausen lassen würde.Doch am Ende mussten die Organisatoren von Lotto Baden-Württemberg passen: Ein Spieler aus dem schwäbischen Bad Salgau hat seinen 1,15-Millionen-Euro-Lotto-Gewinn einfach nicht abgeholt. Gestern ist er verfallen. Nach 13 Wochen Suche ist Schluss.

Die gesamte Gewinnsumme fließt jetzt in einen Topf für Sonderauslosungen, wie Lotto Baden-Württemberg in Stuttgart resigniert mitteilte. Mit dem Geld würden zusätzliche Gewinne wie Autos oder Reisen für Spieler in ganz Deutschland finanziert. „Dann kommen eben andere in den Genuss“, sagte ein Lotto-Sprecher. Viel ist es nicht, was über den oder die Gesuchte bekannt ist: Die Person ging im oberschwäbischen Bad Saulgau am 12. Februar in einen Kiosk, einen Schreibwarenladen oder ein kleines Geschäft und kaufte einen Spielschein für die nächsten vier Lotto-Ziehungen. Der Wert: 48 Euro.

Marion Caspers-Merk, früher Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium und heute Lotto-Chefin in Baden-Württemberg, hatte spekuliert, dass der Spieler als Gast in Bad Saulgau gewesen sein könnte, seinen Schein vielleicht vergessen habe – oder gar weggeschmissen in der Annahme, er habe ohnehin nichts gewonnen.

In der Stuttgarter Lotto-Zentrale spricht man von einem Einzelfall. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Es häufen sich die Geschichten von Menschen, die ihren Lotto-Gewinn nicht abgeholt haben. So war es bei dem Fast-Millionär aus dem Kreis Wittenberg, nach dem die Lotto-Ausrichter im Februar verzweifelt fahndeten. Und bei dem Chiemgauer, der sich im Juli vergangenen Jahres gegen 2,1 Millionen Euro sträubte. Oder bei jenem Tipper aus dem Kreis Ludwigsburg, der 2012 satte 1,36 Millionen liegen ließ. Alles nur Zufälle?

Vielleicht spielt auch die Angst mit, dass von einem Moment zum anderen alles anders wird. Wohin mit dem ganzen Geld? So manche Familie ist an dieser Frage schon zerbrochen. Lehnen sich am Ende Menschen dagegen auf, ein Leben als Millionär zu führen? Die Gefahr, Lotto-Gewinner zu werden, ist allerdings nicht allzu groß: 1 zu 140 Millionen sagen die Mathematiker. Das entspricht in etwa der Wahrscheinlichkeit, zweimal in einem Jahr Opfer einer Flugzeugentführung zu werden.

Wenn die Lotto-Fee eines Tages dann doch zuschlägt, dann hilft – wie der Fall aus Salgau zeigt – nur eins: Jalousien runter, Riegel vor, Telefon abklemmen – und 13 Wochen warten.

Von Roland Heroldund Marco Krefting

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