2. Jahrestag der Loveparade-Katastrophe

Loveparade-Selbsthilfe fordert mehr Geld

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Foto: Kerzen stehen am 24.Juli 2011 in Duisburg im Tummel zum ehemaligen Loveparade-Gelände. Am Dienstag jährt sich die Katastrophe zum zweiten Mal.

Duisburg - Am 24. Juli jährt sich die Loveparade-Katastrophe zum zweiten Mal. Angehörige, Betroffene und Duisburger Bürger gedenken der Opfer. Die Loveparade-Selbsthilfe mahnt unterdessen Versicherungen und Staatsanwaltschaft. Es geht um Geld und Akteneinsicht.

21 Tote und mehr als 500 Verletzte waren am 24.Juli 2010 die traurige Bilanz der Loveparade in Duisburg. Am Dienstag, dem zweiten Jahrestag, erinnern die Hinterbliebenen und Verletzten an die erschütternden Ereignisse. Für den Verein Loveparade Selbsthilfe ist der Tag auch ein Datum, um auf die schwierige Lage der Hinterbliebenen hinzuweisen. Es fehle Geld und es fehle an Informationen von der Staatsanwaltschaft, die die strafrechtliche Seite aufarbeitet.

Während den Anwälten der 17Beschuldigten Akteneinsicht gewährt werde, sei das imFall der Nebenkläger nicht der Fall. „Nur wenn wir diese bisherige Arbeit kennen, können wir – wenn nötig – Anregungen zu weiteren Ermittlungen geben. Wir haben ein Recht, ebenso gut vorbereitet wie die Beschuldigten unsere Rechte wahrzunehmen“, heißt es in einer am Samstag verbreiteten Erklärung.

Zufrieden äußerte sich der Selbsthilfeverein über die bisherigen Soforthilfefonds. Die vom Land unmittelbar aufgelegten Fonds hätten hervorragend gearbeitet. Die Mittel seien aber erschöpft. Der Kampf um Entschädigung sei für viele Betroffene schwierig und belastend geworden. Zahlreiche Verletzte und Traumatisierte bräuchten aber Hilfe bei ihrem Weg zurück ins Leben. „Wir bitten Land, Stadt Duisburg und Lopavent, sich gegenüber der Axa für eine großzügigere Entschädigungspraxis einzusetzen.“ Axa ist die Versicherung des damaligen Veranstalters Lopavent.

Gedenkveranstaltung für die Angehörigen der Opfer

Betroffene können amDienstagnachmittag am Ort des Dramas in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs der Opfer gedenken. Auch MinisterpräsidentinHannelore Kraft(SPD) wird dort erwartet. Zudem wird für die Hinterbliebenen ein Gottesdienst und eine gemeinsame „Zeit des Erinnerns“ in der Duisburger Salvatorkirche vorbereitet, zu der auch Ersthelfer und Einsatzkräfte eingeladen sind. In die Begleitung zum Jahrestag sind 35 Mitarbeiter der Notfallseelsorge eingebunden, darunter sechs Dolmetscher, die Angehörige aus dem Ausland betreuen.

„Die Betroffenen dieses Unglücks sind weiterhin ständig mit den Folgen konfrontiert“, sagt Uwe Rieske, Landespfarrer für Notfallseelsorge der Rheinischen Kirche. Die Angebote sollen helfen, mit Verlusten und Traumafolgen besser leben zu lernen und hilfreiche Kontakte untereinander aufzubauen.

Nach derTrauer am Unglücksort ist am Abend um 20 Uhr eine Gedenkveranstaltung in der Innenstadt geplant. Erstmals wird dabei auch Duisburgs Oberbürgermeister sprechen. Am ersten Jahrestag war der mittlerweile abgewählte Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) unerwünscht gewesen. Er war heftig dafür kritisiert worden, dass er die politische Verantwortung für das Unglück nicht übernehmen wollte. SeinNachfolger Sören Link (SPD) ist dagegen willkommen.

dpa

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