Sprachwissenschaftler

Lügenpresse ist das Unwort des Jahres 2014

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Darmstadt - Das „Unwort des Jahres 2014“ lautet Lügenpresse. Das hat die Jury um Nina Janich am Dienstagvormittag bekanntgegeben. Rund 1250 Einsendungen waren dafür eingegangen. Auf dem zweiten Platz landete „erweiterte Verhörmethoden“, gefolgt von Russland-Versteher.

Das Schlagwort "war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff und diente auch den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffamierung unabhängiger Medien", hieß es zur Begründung.

"Mit dem Ausdruck "Lügenpresse" werden Medien pauschal diffamiert", sagte Janisch. "Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit."

Ungeahnte Aktualität.

Quelle: Stuttmann

Keine Chance für Putin-Versteher

Für die sprachkritische Jury standen oft genannte Begriffe wie "Putin-Versteher", "Pegida" und auch "Social Freezing" zur Diskussion. Das Gremium entscheidet aber unabhängig und richtet sich nicht nach der Häufigkeit der Vorschläge. Das "Unwort des Jahres 2013" war "Sozialtourismus", 2012 "Opfer-Abo".

Am häufigsten vorgeschlagen wurde der Begriff "Putin-Versteher". Damit sind Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt gemeint. Da die Bezeichnung einen Eigennamen enthält, galt sie aber nicht als besonders aussichtsreich. An zweiter Stelle stand Pegida, die Abkürzung für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Am dritthäufigsten genannt wurde "Social Freezing" – ein Begriff für das Einfrieren von Eizellen, womit Frauen ihren Kinderwunsch auf unbestimmte Zeit verschieben können.

dpa/sbü

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