Grafschaft Bentheim

Luftwaffenjet verliert Munition

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Foto: Ein Tornado-Kampfjet der Luftwaffe hat Munition in der Grafschaft Bentheim verloren.

Hannover - Ein Tornado der Luftwaffe hat in der Grafschaft Bentheim Übungsmunition verloren. Die 60 Zentimeter lange Bombenattrappe ist auf einem Acker bei Wietmarschen gelandet – außerhalb des Truppenübungsplatzes.

Ein Tornado der Luftwaffe hat in der Grafschaft Bentheim Übungsmunition verloren. Bereits am Montag ist eine 60 Zentimeter lange Bombenattrappe außerhalb des Truppenübungsplatzes Nordhorn Range auf einem Acker eingeschlagen. Wie das Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe auf Anfrage der HAZ mitteilte, sei der Übungskörper bereits sichergestellt worden.

Der Sprengkörper hinterließ auf dem Acker in Wietmarschen einen etwa 30 bis 40 Zentimeter tiefen Krater mit einem Durchmesser von etwa einem Meter. Das hat ein Nachbar beobachtet, nachdem die Übungsbombe eingeschlagen war; Heinz Wagner stand in seiner Küche. „Ich habe dichten, weißen Rauch gesehen“, sagte der Landwirt der HAZ. „Ich bin dann dahin. Die Erde um den Krater war ganz schwarz.“ Er sei zu seinem Nachbar gelaufen, und gemeinsam habe man beschlossen, den Vorfall zu melden.

Die Munition ist nach Angaben der Luftwaffe blau, trägt eine weiße Beschriftung und enthält keinen Sprengstoff. Zur Darstellung eines Treffers im Zielgebiet ist sie mit einer Kartusche versehen, die durch Rauch und roten Feuerstrahl den Aufschlagpunkt markiert. Die Bombenattrappe hätte eigentlich über dem 2200 Hektar großen Übungsgelände der Bundeswehr bei Nordhorn niedergehen sollen. Stattdessen fiel sie etwa zehn Kilometer entfernt auf den Acker in Wietmarschen, einem rund 11 000 Einwohner zählenden Ort in der Grafschaft. Nachdem die Zeugen die Polizei informiert hatten, sammelten Munitionsspezialisten der Nordhorn Range das Geschoss ein.

Unklar ist, wie dem Piloten vom Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz der Fehler passieren konnte. „Wir prüfen derzeit, woran es gelegen hat“, sagte Leutnant Silvio Schmidt am Dienstag auf Anfrage. Von der 10,5 Kilogramm schweren Übungsmunition sei keine Gefahr für die Bevölkerung ausgegangen. „Die Dinger sind ungefährlich. Es besteht keine Explosionsgefahr.“ Der An- und Abflug vom Truppenübungsplatz sei so festgelegt, dass bewohntes Gebiet weitestgehend vermieden werden.

Zwei dieser Munitionsattrappen sucht die Bundeswehr noch in der Grafschaft Bentheim.

Quelle: Bundeswehr

Schmidt warnte dennoch, die Übungsmunition sei mit Vorsicht zu behandeln. Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass bis zu zwei weitere Sprengkörper ebenfalls außerhalb des Truppenübungsplatzes eingeschlagen sind. Der Pilot habe insgesamt vier Stück verschossen. Auf dem Truppenübungsplatz sei bisher nur eine der Bomben gefunden worden.

Die Luftwaffe bittet die Bevölkerung daher, die Polizei oder Feuerwehr zu verständigen, sollte die blaue Übungsmunition gefunden werden. Sie dürfe nicht berührt werden. Auch bei den noch vermissten Attrappen geht die Luftwaffe davon aus, dass die Kartuschen bereits gezündet haben. Deshalb gehe von ihnen grundsätzlich keine Gefahr aus. Sie würden bei einem Fund ebenfalls von Munitionsspezialisten der Nordhorn Range abgeholt. Auf keinen Fall solle man sie mit nach Hause nehmen.

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