Popdiva in Berlin

Madonna eröffnet Fitnessstudio

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Madonna bei der Eröffnung ihres Fitnessklubs in Berlin.

Berlin - Wer fit sein will, braucht Vorbilder. So wie Madonna. Die 55-jährige Queen of Pop mit den stählernen Oberarmen eröffnete am Donnerstagabend die erste Deutschland-Filiale ihrer Fitnessstudio-Kette „Hard Candy“ in Berlin. "

Harder ist better" lautet das Motto der Kette, für die Madonna gerne mit ihrem Namen wirbt. Doch zunächst war das Motto Warten. Nach einer Stunde Verspätung war das ewige Candy-Girl dann doch noch da und versuchte mit ihrem strahlendsten Lächeln gegen den Berliner Regen anzukommen. Keine Chance. Die Macher der Fitnesskette hoffen trotzdem auf Erfolg. 35 weitere Studios will „Hard Candy Fitness“ in den nächsten drei Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz gründen. Wer hier trainiert, soll in Bestform gebracht werden und kann ab 55 Euro Gebühr im Monat auch noch tanzen lernen wie Madonna.

Wie das am Ende aussehen kann, überließ sie an diesem Abend ihren Tänzern, mit denen sie auf dem durchnässten roten Teppich posierte. Um genau zu sein kann in dem Studio zwar bereits seit einem Monat trainiert werden, allerdings fehlte zur Eröffnung im September noch der Superstar. Am Donnerstag hatte die Popdiva offenbar Zeit, der rote Teppich wurde ein zweites Mal ausgerollt. Hinter den geschlossenen Türen des Studios wartete währenddessen eine handverlesene Gruppe Madonna-Fans darauf, was es heißt, nach dem Prinzip „No Sweat, no Candy“ („Kein Schweiß, keine Belohnung) zu trainieren. Gemeinsam mit ihrer persönlichen Trainerin Nicole Winhoffer hatte die Queen of Pop zum schweißtreibenden Work-Out geladen. Sicherheitshalber hatte man die Teilnehmer einen Tag zuvor auf ihre Fitness getestet. Denn, so die Queen of Pop, „es ist reine Zeitverschwendung, etwas Mittelmäßiges zu tun“.

Alles andere als mittelmäßig ist auch Lage und Ausstattung des Klubs. Mitten im Berliner Nobel-Stadtteil Zehlendorf bietet „Hard Candy Fitness“ seinen Mitgliedern laut Pressesprecherin 2500 Quadratmeter Luxus, inklusive Schwimm- und Dampfbad, Sauna sowie weitläufige Terrassen. Ein Konzept, das bereits in Moskau, St. Petersburg, Santiago de Chile, Sidney, Mexiko-­Stadt und Rom Erfolg hat und von dem kalifornischen Unternehmen New Evolution Ventures entwickelt wurde. Der Star ist der Namensgeber, beziehungsweise ihr gleichnamiges Album von 2008.

Doch Madonna ist längst nicht die Erste, die entdeckt hat, dass man aus einem perfekten Körper zusätzliches Kapital schlagen kann. Wer in den 80er Jahren schlank und schön sein wollte wie Jane Fonda, der turnte zu Hause auf dem Wohnzimmerteppich vor dem Röhrenfernseher. Ein lohnender Nebenverdienst für die US-Schauspielerin, die mit ihrem Fitnessimperium geschätzt 600 Millionen Dollar verdient haben soll. Auch für Topmodel Cindy Crawford erwies sich die florierende Fitnessbranche als lukrativer Nebenerwerb. Anfang der 90er Jahre überschwemmte sie mit einer ganzen Reihe an Workout-DVDs den Markt. Braungebrannt inszenierte sich Crawford damals lasziv am Strand von Malibu. Modelkollegin Claudia Schiffer zog 1995 nach und brachte das Video „Perfectly Fit“ raus. Prominente Fitness-Vorbilder gibt es viele: Ex-Spice-Girl Mel B. und Ex-Ehefrau Barbara Becker animierten ebenfalls auf DVDs zum sportlichen Ausgleich. Letztere allerdings mit der weniger harten Madonna-Methode, sondern mit Pilates für Anfänger. Zum Nachmachen reicht dafür immer noch der Wohnzimmerteppich.

Von Nora Lysk

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