Hochwasser am Sonnabend

Magdeburg evakuiert Stadtteil

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Wasserretter der DLRG sind in Magdeburg in der vom Hochwasser der Elbe überfluteten Bleckenburgstraße unterwegs und suchen nach eingeschlossenen Anwohnern.

- In einigen Teilen der Hochwassergebiete in Ostdeutschland verschärft sich die Lage weiter. In Magdeburg drohen aufgeweichte Deiche zu brechen, in Sachsen und Sachsen-Anhalt strömte bereits Wasser durch defekte Deiche ins Land. Die Hochwasser-Lage am Sonnabend im Ticker zum Nachlesen.

23:29 Uhr: Für Zehntausende Helfer und Bewohner in den Hochwassergebieten geht in der zweiten Woche der Flut das große Bangen weiter - auch am Sonnabend hat sich vor allem im Osten und Norden Deutschlands die Situation weiter zugespitzt. HAZ.de verabschiedet sich für Sonnabend aus dem Live-Ticker.

22.30 Uhr: Das Hochwasser der Elbe hat den Magdeburger Stadtteil Rothensee erreicht. Und es steigt. Die Stadt hat am Abend die Räumung von Rothensee angeordnet, über Facebook, Radio und Fernsehen laufen die Aufforderungen an die Bürger, ihre Häuser zu verlassen. Später sollten auch noch Lautsprecherwagen losfahren. Doch viele von den Bewohnern denken nicht daran zu gehen: "Wir bleiben hier, hundert Prozent", sagt etwa Anwohner Jürgen Sterzing.

21.17: An der Donau ist das Hochwasser weitgehend überstanden - doch zurück bleiben Unmengen Schlamm. "Es ist eine stinkende Brühe", sagte ein Stadtsprecher in Deggendorf. Mit schweren Räumfahrzeugen reinigte die Bundespolizei Straßen von Schlamm und Treibgut. Bewohner schaufelten die Überreste der Flut aus ihren Häusern. In einer Schule stapelten sich gespendete Kleidung, Schuhe, Zahnbürsten und Duschgel. Bäckereien brachten Kuchen und Gebäck. Die Anteilnahme sei unglaublich, sagte Schulleiter Robert Seif. "Die Flutkatastrophe schweißt die Menschen im Raum Deggendorf zusammen."

20.45 Uhr: Nachdem das Hochwasser im brandenburgischen Wittenberge am Samstagabend einen historischen Höchststand von 7,45 Metern erreicht hat, wird nun auch hier die Altstadt evakuiert.

19.22 Uhr: Dem Vernehmen nach soll inMagdeburg der Pegel bis auf 7,38 Meter angestiegen sein. Er liegt damit mehr als 60 Zentimeter höher als bei der Jahrhundertflut 2002.

18.05 Uhr : Umweltminister Stefan Wenzel betont, das Hochwasser sei auch noch beherrschbar, wenn sich die jüngsten Prognosen bewahrheiten sollten.

18.00 Uhr: Die Hochwasser-Experten haben ihre Prognose für die erwarteten Wasserstände der Elbe in Niedersachsen deutlich nach oben korrigiert. Nach Berechnungen der Hochwasserzentrale in Magdeburg werden die höchsten Pegelstände am Mittwoch erreicht. In Hitzacker ist demnach eine Rekordmarke von 8,45 Metern möglich. Beim Hochwasser 2011 lag der Höchststand nur bei 7,70 Metern.

15.47 Uhr: Während flussabwärts in Sachsen-Anhalt die Deiche brechen, herrscht in Niedersachsen die Ruhe vor den Sturm. "Die Wellen von Elbe und Saale haben sich vereinigt und kommen zusammen Richtung Norden", sagte Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), am Samstag. Wann genau die Wassermassen kommen, kann niemand genau sagen.

14.12 Uhr: Die Hochwasserlage in Magdeburg ist nach Einschätzung der Behörden so kritisch wie noch nie. Über eine Länge von 20 Kilometern seien mehrere Deiche zu verteidigen, teilten Ministerpräsident Reiner Haseloff, Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) und Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) mit. „Die nächsten Tage werden extrem und schwierig“, sagte Trümper. Er gehe davon aus, dass nicht alle Bereiche geschützt werden könnten. Für Sonntag seien Pegelstände bis zu 7,40 Meter vorhergesagt, normal sind 2,00 Meter. Menschenleben seien aber nicht in Gefahr, sagte Trümper.

13.51 Uhr: Der Bund will Opfern des Hochwassers mit Steuererleichterungen helfen. Gemeinsam mit den betroffenen Ländern habe man beschlossen, die Bürger und Unternehmen zu unterstützen, hieß es auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums. Zuvor hatte „Der Tagesspiegel“ (Sonnabend) darüber berichtet. Denkbar sei beispielsweise die Stundung fälliger Steuern. Auch auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge solle verzichtet werden, hieß es. Bei der Steuererklärung für 2013 könnten neu gekaufte Kleidung und Hausrat von der Steuer abgesetzt werden.

13.20 Uhr: In Wittenberge (Prignitz) wird am kommenden Dienstag mit einem Höchststand der Elbe von 8,10 Meter gerechnet. Normalerweise steht das Wasser dort etwa 2,77 Meter hoch. Am Sonnabendmorgen zeigte der Pegel bereits 6,98 Meter, teilte des Hochwasser-Krisenzentrum in Potsdam mit. Im Nordwesten des Landes bereiten sich derzeit rund 500 Einsatzkräfte auf die Verteidigung des Deiches gegen das Hochwasser vor. Nachdem die Wehre bei Quitzöbel geschlossen wurden, begann sich in der Havel ein Rückstau zu bilden. An Spree und Schwarzer Elster entspannte sich unterdessen die Lage. Die Wasserstände begannen dort langsam zu sinken.

12.48 Uhr: Wasser von unten, Sonne von oben: Der Wetterumschwung während des Hochwassers hat sich auch auf die Ausrüstung der vielen Helfer ausgewirkt. „Auf Anfrage versorgen wir die Helfer mit Mückenspray und Sonnencreme“, sagte der Sprecher des Technischen Hilfswerks (THW) in Sachsen und Thüringen, Roman Hartrampf, am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Schließlich solle niemand beim Sandsäcke-Schleppen einen Sonnenbrand bekommen. Auch After-Sun-Lotion sei zu bekommen. Im Zentrallager seien diese Dinge normalerweise nicht vorrätig. Sie würden nun eingekauft oder gespendet. Apotheken und Warenhäuser hätten bereits einen Teil ihres Sortiments abgegeben.

12.33 Uhr: Das Hochwasser macht den sächsischen Hoteliers und Wirten zu schaffen - auch in Gebieten, die gar nicht überschwemmt sind. „Die Leute haben den Eindruck, ganz Sachsen stände unter Wasser“, sagte der Geschäftsführer des sächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Frank Lehmann, am Sonnabend. Dabei seien die meisten Ausflugsziele noch gut zu erreichen. Dennoch würden Reisen storniert. „Und wir reden hier nicht von den nächsten drei oder vier Tagen, sondern vom ganzen Sommer oder länger“, so Lehmann. Der Schaden aufgrund der vorsorglichen Stornierungen könne bei einzelnen Betrieben größer sein als die direkten Flutschäden.

12.21 Uhr: Die vom Hochwasser in Brandenburg betroffenen Landkreise haben bislang rund 1,57 Millionen Sandsäcke vom Landeskatastrophenschutzlager Beeskow angefordert. Wie das Hochwasser-Krisenzentrum des Landes in Potsdam am Sonnabend mitteilte, wurden außerdem Vlies und Folien zum Abdecken und Sichern der Deiche ausgeliefert. 700 Betten für Einsatzkräfte und Notunterkünfte wurden bereitgestellt. Sie stammen aus Beständen der Bundeswehr und des Landeslagers.

11.19 Uhr: Das Wasser ist fast weg, jetzt kommt der Schlamm: In fast ganz Österreich haben am Sonnabend Tausende Menschen gegen die Folgen der Flutkatastrophe gekämpft. Feuerwehr, Soldaten und freiwillige Helfer schaufelten Tonnen Schlamm aus eben noch überfluteten Ortschaften. Wenn die Erde antrockne, sei sie kaum noch zu beseitigen, warnten die Behörden.

Im Osten des Landes nahe der slowakischen Grenze standen noch einige Häuser unter Wasser. In Tirol und Salzburg drohten aufgeweichte Hänge abzurutschen. Die Schäden werden inzwischen mit der Jahrhundertflut 2002 verglichen: Sie sollen in die Milliarden gehen.

10.39 Uhr: Drei Viertel der Einwohner haben wegen des Hochwassers die Elbestadt Mühlberg (Elbe-Elster) bis Sonnabendvormittag verlassen. Die Evakuierung des Ortes mit rund 4230 Einwohnern war nach Ausrufung des Katastrophenfalles angeordnet worden. Nach Angaben des zuständigen Dezernenten für Recht, Ordnung und Sicherheit des Landkreises, Dirk Gebhard, kam ein großer Teil der Betroffenen bei Bekannten, Verwandten und Freunden unter. 57 Menschen verbrachten die Nacht in den Notunterkünften, 52 sind in derzeit in Altersheimen und Pflegeeinrichtungen untergebracht. Einige Bürger wollten trotz Warnung weiter in ihren eigenen vier Wänden bleiben.

Im Hochwassergebiet um Mühlberg haben Hunderte Helfer unterdessen den Deich weitestgehend stabilisiert, die Arbeiten werden aber fortgesetzt. Die Experten rechnen nicht damit, das sich die Situation ohne deutlich sinkende Pegelstände verbessern wird. Knapp 700 Einsatzkräfte verschiedener Einrichtungen und Organisationen sind im Einsatz.

In Bad Liebenwerda und Herzberg an der Schwarzen Elster entspannt sich die Lage langsam. Für beide Orte gilt nun die Alarmstufe 3 - Tendenz fallend. Im Herzberger Ortsteil Arnsnesta konnten Feuerwehrleute sowie Helfer aus Sachsen-Anhalt den am Donnerstag gebrochenen Damm endgültig reparieren. In Bad Liebenwerda lag der Pegel um 6 Uhr bei 2,77 Meter (normal etwa 70 Zentimeter), in Herzberg bei 3,16 Meter (normal etwa 80 Zentimeter).

10.23 Uhr: Die Lage im Mündungsbereich der Saale in die Elbe spitzt sich weiter zu. 3000 Menschen sollen sich vor einer drohenden Überflutung in Sicherheit bringen. Nach Angaben des Katastrophenschutzstabes ist nördlich des Ortes Klein-Rosenburg ein durchweichter Deich der Saale nicht mehr zu halten. Es drohe ein Bruch auf einer Länge von 150 Metern. Die Bewohner wurden aufgefordert, sofort höher gelegene Orte in der Umgebung aufzusuchen.

10.02 Uhr: Im Landkreis Lüchow-Dannenberg warten die Anwohner der Elbe mit Bangen auf die Ankunft der Flut. „Es ist so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm eingetreten“, sagte Kreissprecherin Melanie Wendt am Sonnabendmorgen der dpa. Die Sicherung der Deiche sei weitgehend abgeschlossen. Erschöpfte Hilfskräfte werden abgelöst, an den Deichen gibt es noch ein paar Restarbeiten. Insgesamt sind im Landkreis nach Behördenangaben derzeit 1955 Helfer im Einsatz. Nach den jüngsten Prognosen werden an der Elbe in Niedersachsen Rekordpegelstände erwartet. Der Krisenstab rechnet damit, dass am Sonntagabend die Wassermassen Schnackenburg erreichen könnten.

9.45 Uhr: Der Deutsche Feuerwehrverbands-Präsident Hans-Peter Kröger hat von Katastrophentouristen Mithilfe im Kampf gegen das Hochwasser gefordert. Einsatzleiter könnten jede mindestens 16 Jahre alte Person zum Anpacken verpflichten, sagte Hans-Peter Kröger, am Sonnabend. Dafür gebe es die rechtliche Grundlage. „Katastrophentourismus ist ein ernstzunehmendes Problem. Schaulustige blockieren mit ihren Autos Zufahrtsstraßen und Aufstellplätze, stehen Einsatzkräften im Weg, beeinträchtigen die Sicherheit von Deichen und bringen sich auch selbst in Gefahr.“ Indes lobte Kröger das Engagement der Helfer in den Hochwasser-Regionen als echten „Bürgersinn“.

9.31 Uhr: Im vom Hochwasser schwer betroffenen bayerischen Landkreis Deggendorf dürfen an diesem Sonnabend ab 10 Uhr die Menschen in ihre Häuser in den evakuierten Bereichen zurückkehren. Ausgenommen sind die noch immer überfluteten Deggendorfer Stadtteile Fischerdorf und Natternberg sowie der Ort Niederaltaich, wie ein Sprecher des Landratsamtes mitteilte. Aus diesen Gebieten werde das Hochwasser jedoch nur zum Teil auf natürlichem Wege abfließen, sagte der Sprecher. Es werde gerade nach Lösungen gesucht, wie die restlichen Wassermassen entfernt werden könnten.

9.20 Uhr: In Halle an der Saale ist der Pegelstand des Flusses in den vergangenen 24 Stunden um rund einen halben Meter gesunken. Trotzdem bleibt die Lage dort angespannt. Das Wasser sank am Sonnabendmorgen auf einen Stand von 6,99 Metern. Nach Angaben eines Sprechers der Stadt sei man optimistisch. Dennoch stünden der Passendorfer und der Gimritzer Damm weiter unter enormem Druck durch das Wasser.

9.09 Uhr: Die Hochwasserlage im brandenburgischen Mühlberg ist weiter sehr angespannt. Zwar sank der Pegelstand der Elbe seit Freitag auf inzwischen 9,77 Meter, dennoch blieb der Druck auf die Schutzanlagen enorm. Ein Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement des brandenburgischen Innenministeriums in Potsdam sprach davon, dass den Einsatzkräften an den Deichen ein tagelanger Kampf gegen das Hochwasser bevorstehe. Hunderte Helfer seien in der Nacht wieder im Einsatz gewesen.

Unter ihnen waren auch Deichläufer, die Gefahrenstellen an den Deichen aufspürten. Nach der Evakuierung von Mühlberg im Kreis Elbe-Elster sei an eine Rückkehr der 4500 betroffenen Bürger derzeit nicht zu denken.

Die Lage an Spree und Schwarzer Elster entspannte sich dagegen allmählich. So gingen die Pegelstände in Spremberg (Spree), Bad Liebenwerda und Herzberg (beide Schwarze Elster) langsam zurück.

9 Uhr: Wegen eines vermuteten Deichbruchs an der Elbe in Sachsen-Anhalt wird die Ortschaft Susigke evakuiert. Rund 300 Bewohner sollten ihre Häuser verlassen. Für sie standen Busse bereit, um sie in eine Sporthalle in Osternienburg zu bringen. Wie die Stadt Aken, zu der Susigke gehört, am Sonnabend mitteilte, stand Wasser auf der Landstraße 63. Die Feuerwehr suchte noch nach dem Ursprung des Wassers. Nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung wurde aber ein Deichbruch als Ursache vermutet. Für die Ortschaft Susigke wurden weitere Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bundeswehr angefordert.

8.40 Uhr: In Magdeburg hat sich die Hochwasserlage an der Elbe am Sonnabendmorgen weiter zugespitzt. Nach Angaben der Stadt hat das Wasser an der Strombrücke inzwischen eine Höhe von 7,30 Metern erreicht. Vor allem in Magdeburg-Werder ist die Lage kritisch. An der Zollstraße drücken die Fluten gegen die Ufermauer, auch der Grundwasserstand bereitet hier Probleme. Ein Altenpflegeheim wurde bereits evakuiert. Nach Angaben eines Sprechers müssen sich auch die restlichen Bewohner in dem Bereich darauf einstellen, ihre Häuser zu verlassen. Sie würden aber rechtzeitig informiert. In einigen Straßen musste auch die Elektrizität abgestellt werden.

8.29 Uhr: Das Wasser an der Elbe bei Lauenburg in Schleswig-Holstein ist weniger stark gestiegen als befürchtet. Am Sonnabendmorgen lag der Pegelstand bei Hohnstorf mit 6,66 Metern 30 Zentimeter unter dem für diesen Zeitpunkt (6.00 Uhr) vorhergesagten Wert. „Noch ist die Lage ruhig“, sagte ein Sprecher der Regional-Leitstelle Süd am Sonnabendmorgen.

Die Hochwasservorhersage in Magdeburg in Sachsen-Anhalt hatte ihre Prognosen bereits zuvor nach unten korrigiert. Die Fachleute gehen jetzt davon aus, dass die Elbe am Pegel Hohnstorf bei Lauenburg nächste Woche Mittwoch ihren höchsten Stand erreichen wird - und zwar mit 9,25 Metern. Danach soll er wieder sinken. Normalerweise beträgt der Wasserstand dort rund 4,80 Meter.

8.24 Uhr: Wie heftig die Regenfälle seit dem 29. Mai über Deutschland waren, zeigt ein Video, dass die European Space Agency (ESA) bei Facebook gepostet hat.

8.10 Uhr: Das Hochwasser hat die Menschen in der Nacht zum Sonnabend vor allem an der Elbe weiter in Atem gehalten. Der höchste Punkt der gewaltigen Flutwelle bewegte sich auf Sachsen-Anhalt zu. Der Pegelstand hatte am Freitagabend die 7,20-Meter-Marke in Magdeburg überschritten. Damit steht der Fluss rund einen halben Meter höher als beim Hochwasser 2002. Aus den Magdeburger Gebieten östlich der Elbe sollten alle Alten und Pflegebedürftigen in Sicherheit gebracht werden. 650 Bundeswehrsoldaten trafen am Freitagabend in Magdeburg ein, um im Kampf gegen das Hochwasser zu helfen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte zur Bewältigung der Hochwasserkatastrophe die Solidarität der anderen Bundesländer. „Das ist eine nationale Aufgabe, da müssen die 16 Bundesländer und der Bund zusammenhalten“, sagte Haseloff der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Sonnabend). Nötig sei ein „nationaler Wiederaufbaupakt“.

Auch in den Hochwassergebieten in Sachsen hat sich die Lage in der Nacht zum Sonnabend weiter verschärft. Nahe Großtreben-Zwethau (Landkreis Nordsachsen) strömte durch einen defekten Deich Wasser landeinwärts. Etwa 500 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, wie ein Sprecher des Landratsamts in Torgau sagte. Die Bundeswehr und Fachleute versuchten in der Nacht, den Deich an der Elbe wieder zu verschließen.

Die Situation im sächsischen Elbtal bleibt weiter ernst. „Sinkende Pegelstände bedeuten keine Entspannung“, sagte Landespolizeipräsident Rainer Kann am Freitag in Dresden. Denn die Wassermassen fließen nur zentimeterweise ab. Nach wie vor stehen Orte und Stadtteile unter Wasser, sind Straßen und Brücken gesperrt und der Bahnverkehr behindert. Die Deiche und Schutzwälle in Dresden seien zwar alle sicher, würden aber weiter überwacht. Die Feuerwehr warnte davor, Grundwasser, das in den Keller eingedrungen ist, ohne Hinzuziehen eines Statikers abzupumpen. Die Statik der Häuser könnte „extrem gefährdet“ sein.

Die Hochwasserlage in Brandenburg bleibt ebenfalls dramatisch. In Mühlberg (Elbe-Elster) hat der Druck auf den Deich immer weiter zugenommen. Nach der Evakuierung der Stadt mussten rund 4500 Bürger ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Einige konnten die Nacht bei Freunden oder Bekannten in Orten in der Nähe verbringen, andere wurden in Notunterkünften untergebracht. Polizisten sind unterwegs, um das Eigentum der Bürger zu sichern.

Unterdessen droht neues Ungemach. Für das Elbe-Einzugsgebiet in Tschechien sind Niederschläge am Wochenende angekündigt. Das werde die Hochwasserlage an dem Fluss nicht verschärfen, könnte den Ablauf des Wassers aber verzögern, betonten die Hydrologen.

Bundesweit stemmen sich 70.000 Feuerwehrleute und mehr als 11.300 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen starben, seitdem in Deutschland die Hochwasserkatastrophe begonnen hat. Mehrere werden vermisst.

dpa

Zur Hilfe für die Betroffenen wurden zahlreiche Spendenkonten eingerichtet, hier eine Auswahl:

  1. Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 502 bei der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft, BLZ 210 602 37, Kennwort „Fluthilfe Deutschland“.
  2. Caritas International: Konto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 660 205 00, Kennwort „Hochwasseropfer 2013 in Mitteleuropa“.
  3. Aktion Deutschland Hilft: Konto 10 20 30 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Kennwort: „Hochwasser-Hilfe 2013“.
  4. Deutsches Rotes Kreuz: Konto 41 41 41 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Kennwort „Hochwasser“.
  5. Diakonie Sachsen: Konto 100 100 100 bei der LKG Sachsen, BLZ 350 601 90, Kennwort „Hochwasser 2013“.
  6. Diakonie Mitteldeutschland: Konto 800 800 0 bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft , BLZ 520 604  10, Kennwort „Fluthilfe Deutschland“.

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