ICE-Unglück

Mahnmal von Eschede wird erneuert

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Die Gedenkwand in Eschede mit den Namen der Opfern des Unglücks wird erneuert.

Eschede - Die Gedenkstätte von Eschede, die an den schweren ICE-Unfall vor 14 Jahren erinnert, wird erneuert. Die Deutsche Bahn lässt die Gedenkwand mit den Namen der Opfer austauschen.

Nur elf Jahre nach ihrer Errichtung wird die Gedenkstätte an das ICE-Unglück von Eschede größtenteils erneuert. Das bestätigte Udo Steiner, Ombudsmann der Deutschen Bahn AG, dieser Zeitung. Danach wird die große Gedenkwand mit den Namen aller 101 Opfer der Zugkatastrophe gegen eine neue Wand aus beständigem Material ausgetauscht. Die neue Gestaltung orientiere sich „an dem bisherigen Bauwerk“, sagte Steiner.

Schon 2008, zum zehnten Jahrestag des größten Zugunglücks in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands, war die bröckelig werdende Gedenkstätte unter erheblichem Aufwand durch die Deutsche Bahn AG saniert worden. Enttäuschte und verärgerte Angehörige hatten Heinrich Löwen, Sprecher des Opfer- und Hinterbliebenenverbands Selbsthilfe Eschede, dennoch immer wieder auf Mängel hingewiesen. Seither kämpfte Löwen dafür, dass die Gedenkstätte in der Samtgemeinde Eschede als dauerhaftes Mahnmal an das Unglück erinnert.

Am 3. Juni 1998 war der ICE „Wilhelm-Conrad Röntgen“ auf der Fahrt von München nach Hamburg bei Tempo 200 verunglückt. Ursache war ein abgefahrener Radreifen, der schon eine Laufleistung von 1,8 Millionen Kilometer hatte und eigentlich den Bahnhof München nicht hätte verlassen dürfen. 101 Menschen starben damals.

Zum 14. Jahrestag des Unglücks am kommenden Sonntag, löst die Bahn nun ein, was die Selbsthilfe Eschede seit Jahren fordert: Beständigkeit bei der Gedenkstätte. Denn bauliche Mängel am Mahnmal waren schon nach der Einweihung im Mai 2001 offensichtlich geworden. Die großen Fugen zwischen den Steinquadern quollen auf, wirkten sich störend auf Ästhetik und Lesbarkeit aus. „Von Dauerhaftigkeit am Mahnmal konnte keine Rede sein“, sagt Heinrich Löwen. „Wir ließen uns vom Begriff Belgischer Granit blenden“, sagt der Celler Landrat Klaus Wiswe (CDU). Die Anlage am ICE-Gleis befindet sich in der Obhut des Landkreises Celle und der Samtgemeinde Eschede.

Mängel räumt auch Wolfgang-Michael Pax vom Architektenbüro aus Hannover ein. „Aber die Gedenkstätte sollte kein Friedhof sein“, sagte er. Der Kalkstein enthalte tatsächlich weichere Einschlüsse, die brüchig werden können. Zugleich aber distanzierte sich Pax vom jüngsten Beschluss zu Abriss und Neuaufbau. „Als Urheber der ICE-Gedenkstätte haben wir mit den Nachbesserungen nichts zu tun.“ An der neuen Entwicklung werde er sich nicht beteiligen, ihr aber auch „nicht im Wege stehen“, sagte Pax. Udo Steiner bestätigte, dass die Ausschreibung für die Baumaßnahme jetzt „in Absprache mit den Verantwortlichen“ vorbereitet werde. Das Architektenbüro Pax/Brüning werde sich daran aber nicht beteiligen.

Hartmut Reichardt

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