Hoher Alkoholwert

Mann fährt Kinder mit 3,6 Promille

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Foto: Ein Kleinbusfahrer, der Kindergartenkinder transportierte, wurde mit 3,6 Promille Alkohol erwischt.

Braunschweig - Mit 3,6 Promille hat ein Busfahrer in Braunschweig Kinder vom Kindergarten abgeholt. Eine Mutter hatte gemerkt,, dass der Mann nach Alkohol roch und die Polizei informiert.

Ein stark betrunkener Fahrer eines Kleinbusses war unterwegs mit Kindergartenkindern, als ihn die Polizei in Braunschweig stoppte. Bei dem 49-Jährigen wurden am Dienstag 3,6 Promille Alkohol festgestellt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Zudem habe der Mann keine gültige Fahrerlaubnis gehabt. Einer Mutter, die ihr Kind am Nachmittag vom Bus abholte, war aufgefallen, dass der Fahrer nach Alkohol roch und ihren Nachfragen auswich. Zudem soll er nach Polizeiangaben vor der Weiterfahrt vergessen haben, eine Tür des achtsitzigen Busses zu schließen. Fünf Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren saßen noch im Transporter. Daraufhin verständigte die besorgte Mutter den Notruf. Sie konnte der Polizei die bekannte Fahrroute nennen, da die Kinder regelmäßig zum Kindergarten eines Wohlfahrtsverbandes hin- und hergefahren wurden. Noch vor dem nächsten Halt wurde der Wagen von einer Polizeistreife aus dem Verkehr gezogen, der Mann mitgenommen und die irritierten Kinder von einem anderen Fahrer abgeholt.

Bei dem Braunschweiger Wohlfahrtsverband, der den Mann eingestellt hatte, zeigt man sich „erschüttert“ über den Vorgang. „Das geht gar nicht. Man kann von Glück sagen, dass den Kindern nichts passiert ist“, sagte der Leiter des Verbandes. Neben dem Fahrdienst hat der Mann aus Braunschweig auch handwerkliche Tätigkeiten im Kindergarten übernommen. Erst vor kurzem ist er eingestellt worden, er befand sich noch in der Probezeit. „Sein Führungszeugnis war lupenrein“, sagte eine Mitarbeiterin des Wohlfahrtsverbandes. Bei Eltern und Kinder sei er gleichermaßen beliebt und galt als zuverlässig und vertrauensvoll, so die Mitarbeiterin. Bei der Einstellung wurde auch der Führerschein verlangt. Obwohl der Mann aus Deutschland stammt, zeigte er einen polnischen Führerschein vor. Damit gilt auch in Deutschland die Fahrerlaubnis. Was der Arbeitgeber allerdings nicht wusste - der Führerschein hatte einen sogenannten Sperrvermerk, der zur Folge hat, dass die Fahrerlaubnis entzogen wird. Warum der Mann einen Sperrvermerk bekommen hat, darüber konnte die Polizei keine Angaben machen.

Der Wohlfahrtsverband bemüht sich nun um Schadensbegrenzung: Mehrere Kollegen seien mit den Eltern im Gespräch. „Bei der nächsten Einstellung werden wir noch genauer hinsehen“, sagte die Mitarbeiterin.

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