Als „wilder Camper“ bekannt

Mann verhungert im Weserbergland

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Hessisch-Oldendorf - Über Jahre hat sich ein Mann in einem Wald nahe Hessisch Oldendorf zurückgezogen und verweigerte als „wilder Camper“ jede Art von Hilfe. Nun wurde der 53-Jährige tot aufgefunden. Die Polizei vermutet: Der Mann hatte sich aufgegeben. Die Umstände erinnern an den Tod eines Manns aus Hannover.

Ein wohnungsloser Mann ist in einem Waldstück im Weserbergland vermutlich an den Folgen von Unterernährung und Kälte gestorben. Es deute alles darauf hin, dass der 53-Jährige sich aufgegeben habe, sagte ein Polizeisprecher in Hameln am Donnerstag. Die "Deister- und Weserzeitung" hatte berichtet, dass ein Jäger den Toten am Dienstagabend in einem Wald nahe Hessisch Oldendorf gefunden hat. Eine medizinische Untersuchung habe ergeben, dass der ursprünglich aus Rinteln stammende Mann extrem untergewichtig war, sagte der Sprecher. Es deute nichts auf ein Fremdverschulden hin. Der 53-Jährige habe sich als "wilder Camper" schon länger in der Region aufgehalten und keinerlei Hilfe annehmen wollen.

Hannoveraner hungerte sich im Solling zu Tode

Vor einigen Jahren hatte der Fall eines 58-Jährigen für Aufsehen gesorgt. Der aus Hannover stammende Mann hatte sich auf einem Hochsitz im benachbarten Solling offenbar bewusst zu Tode gehungert.

Er hatte seine letzten Wochen in einem Tagebuch dokumentiert. Aus den Aufzeichnungen ging hervor, dass er schon länger arbeitslos war. Seine Ehe war gescheitert und der Kontakt zu Angehörigen abgebrochen. Im Spätherbst 2007 fuhr der Mann mit seinem Fahrrad rund 100 Kilometer weit in den Solling und zog sich auf den Hochsitz zurück.

Im Tagebuch steht, dass er 24 Tage ohne Essen war. Der Mann beschrieb darin auch Schmerzen, die ihm der Hunger bereitete. Seine Einträge enden am 13. Dezember 2007. Im Februar 2008 machten Jagdpächter bei Reparaturarbeiten am Hochsitz die grausige Entdeckung.

dpa/r

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