Nach der Trennung von seiner Frau

Mann verkauft halbes Auto

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Zersägtes Auto.

Berlin - Ein Berliner hat sein Auto, seinen Fernseher und sogar seinen Teddybär zersägt. Ein Gericht hatte entschieden, dass er mit seiner Ex-Frau alles teilen muss. Also bekam sie die eine Hälfte, und die andere verkauft der Mann nun bei Ebay. Das könnte für ihn noch ein Nachspiel haben.

"Verkaufe einen süßen, kuscheligen kleinen Teddy", schreibt der Mann auf Ebay. "Er flauscht einwandfrei, ist allerdings ein Scheidungsopfer und deshalb nur noch zu Hälfte da." Nicht nur der Teddy. Auch der Fernseher. Und das dunkelblaue Ledersofa. "Es ist ganz gut erhalten und sehr solide, war nicht billig damals", meint der Mann. "Leider fehlt die Hälfte." Genauso wie vom Ehebett. "Wer sich für den Rest von dem Bett interessiert, kann gern bei meiner Ex-Frau nachfragen."

Zwölf Jahre sei er mit seiner Frau zusammengewesen. Danach habe ein Gericht entschieden, dass ihr "ein nicht unerheblicher Teil" des gemeinsamen Besitzes zustehe, erklärt der Mann. "Meine Flex und ich waren der Meinung, dass sie genau die Hälfte bekommen soll." In einem Youtube-Video zeigt der Berliner, wie er alles zersägt: mit der Stichsäge das Smartphone, mit der Flex den Flachbildfernseher und das Ehebett.

Es ist nicht das erste Mal, dass jemand eine Trennung verarbeitet, indem er alles verkauft, was ihn an den anderen erinnert. In den USA verkaufen viele Frauen zum Beispiel ihren Schmuck, den sie von ihrem Ex-Partner geschenkt bekommen haben, über die Seite exboyfriendjewelry.com. Dabei erzählen sie ihre Geschichte und lassen Dampf ab. Für viele ist das vielleicht noch wichtiger als das Geld, was sie mit dem Verkauf einnehmen. Sie verarbeiten damit die Trennung.

Genauso wie der Mann aus Berlin. "Würde den Rest gerne behalten, aber auf die Dauer ist es deprimierend jeden Morgen daran erinnert zu werden, das man die besten Jahre seines Lebens verschwendet hat", schreibt der Mann zum Beispiel über das Ehebett. Vielleicht macht er sogar noch etwas Geld mit seiner Aktion. Nachdem Buzzfeederstmals über ihn berichtete, steigen die Gebote. Freitagmorgen wollte jemand für den halben Teddybär 35,50 Euro zahlen, für das halbe Auto wurden 59,00 Euro geboten und für das halbe Notebook sogar 81,00 Euro.

Ex-Mann droht eine Schadenersatzklage

Für den Mann könnte die Aktion noch ein böses Nachspiel haben. Gütertrennung bedeute nicht, dass einer von beiden alles in der Mitte durchhauen könne, sagte Klaus Rottmann, Fachanwalt für Familienrecht in Hannover. Er habe deshalb "keinen Zweifel" daran, dass der Frau ein Schadenersatz zustehe, sollte der Mann tatsächlich Haushaltsgegenstände zerteilt haben, die seiner Ex-Partnerin zustehen.

Rottmann ist seit rund 30 Jahren Anwalt, seit gut zehn Jahren mit dem Schwerpunkt Familienrecht. Dass jemand die Gütertrennung wörtlich genommen habe, wie der Mann aus Berlin, habe er noch nicht erlebt. "Das macht man nur, um den anderen zu ärgern", meinte Rottmann.

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