Bundesstaaten Orissa und Andhra Pradesh

Massenevakuierungen vor Wirbelsturm in Indien

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Foto: Die indischen Behörden bereiten sich auf den Wirbelsturm „Phailin“ vor.

Neu Delhi - Die Behörden sind gewarnt: 1999 starben bei einem sogenannten Super-Zyklon im indischen Bundesstaat Orissa 15.000 Menschen. Jetzt bereitet sich die Region auf den Wirbelsturm „Phailin“ vor.

In einem Kampf gegen die Zeit versuchen Indiens Behörden, rund eine halbe Million Menschen vor dem Wirbelsturm „Phailin“ in Sicherheit zu bringen. Es wird erwartet, dass der Zyklon am Samstagabend (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern in der Stunde im Südosten Indiens auf Land treffen wird. Schon Stunden zuvor wurden die Küsten der Bundesstaaten Orissa und Andhra Pradesh von starkem Wind und starken Regenfällen heimgesucht.

„Phailin“ befand sich am Spätnachmittag (Ortszeit) über dem Golf von Bengalen, etwa 150 Kilometer südöstlich der Stadt Gopalpur, wo der Sturm auch auf die Küste treffen werde, wie das Meteorologische Institut Indiens mitteilte.

Die Meteorologen stuften „Phailin“ als „sehr stark“ ein. Der Sturm habe einen Durchmesser von 500 Kilometern und könne großen Schaden anrichten, sagte ein Sprecher. Vor allem die Küste sei gefährdet: Eine Sturmflut von bis zu dreieinhalb Metern Höhe werde befürchtet. „Phailin“ sei der stärkste Sturm, der Indien seit dem Jahr 1999 heimsuche. Damals kamen bei einem sogenannten Super-Zyklon in Orissa 15.000 Menschen ums Leben.

Zunächst wurden etwa 350.000 Menschen evakuiert, wie die Behörden in Orissa mitteilten. „Wir werden etwa 100.000 weitere Menschen evakuieren bevor der Sturm kommt. Wir haben außerdem Tausende aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, und sich in Sicherheit zu bringen“, sagte Prabhat Mohapatra vom Katastrophenschutz in Orissa der Nachrichtenagentur dpa. Im benachbarten Andhra Pradesh musste 64.000 Bewohner ihre Häuser verlassen. Die Armee wurden in den beiden Bundesstaaten in Bereitschaft versetzt.

Bewohner waren am Samstag besorgt um ihre Sicherheit. „Ich habe Angst und die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich musste immer wieder auf die stürmische See blicken“, sagte ein Mann dem Sender NDTV. „Man hat uns gesagt, die Evakuierungslager seien voll. Wo sollen wir hin?“

Insgesamt seien voraussichtlich etwa 12 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen, erklärten die Behörden. Dank der Evakuierungen könne der Verlust von Menschenleben minimiert werden, sagte der Chef der nationalen Katastrophenbehörde, Shashidar Reddy. Doch Schäden an Gebäuden, dem Strom-, Straßen- und Schienennetz sowie in der Landwirtschaft seien nicht zu verhindern.

dpa

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