Heyda-Talsperre in Thüringen

Massenhaftes Karpfensterben sorgt Angler und Behörden

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Rund 37 Tonnen Fischkadaver hatten die Freiwilligen bis Sonntag aus den Gewässer geholt.

Ilmenau - Das mysteriöse Sterben der Silberkarpfen in der Heyda-Talsperre in Thüringen macht Anglern und Behörden weiter Sorgen. Das Landratsamt spricht von einer „äußerst angespannten“ Situation.

„Die Lage ist weiterhin äußerst angespannt. Die Entsorgung der Kadaver bleibt ein Problem“, teilte das Landratsamt am Montag nach einer Krisensitzung mit Anglerverbänden, Naturschützern und der Thüringer Fernwasserversorgung mit. Rund 37 Tonnen Fischkadaver hatten die Freiwilligen bis Sonntag aus den Gewässer geholt.

Der Vorsitzende des Angelverbands, Peter Spieß, geht davon aus, dass insgesamt 62 Tonnen Silberkarpfen in dem Gewässer waren. Warum die Tiere nach dem Winter auf einmal sterben, war noch unklar. Für die kommenden beiden Wochenenden werden weitere Einsätze mit Freiwilligen vorbereitet, um tote Fische aus dem Wasser zu holen.

Kreishaushalt wird für Bergungskosten aufkommen

Es scheint sich eine Lösung abzuzeichnen, wer die Kosten für die Bergung übernimmt. Die Landrätin Petra Enders werde im Kreistag beantragen, dafür 25.000 Euro aus dem Kreishaushalt zu genehmigen, sagte ein Sprecher. Täglich würden Wasserproben entnommen, um mögliche Veränderungen in der Talsperre zu erkennen.

Erste Untersuchungen im Landesamt für Verbraucherschutz ergaben laut Umweltministerium keine toxikologischen und bakteriologischen Auffälligkeiten. Die Tiere, die Ende der 1980er Jahre eingesetzt wurden, seien gut bis sehr gut ernährt gewesen. Ergebnisse vom Loeffler-Institut werden am Mittwoch erwartet.Laut Landesverwaltungsamt ist derzeit in anderen Gewässern kein Fischsterben bekannt.

dpa

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