Mehr Studienplätze gefordert

Mediziner-Chef: Ab 2017 droht Ärztemangel

+
Foto: Niedersachsen Ärztechef fordert mehr Medizinstudienplätze. Ansonsten drohe bald Ärztemangel im Land.

Cuxhaven - Weniger Ärzte – mehr Patienten: Davor warnt der Hartmannbund. Niedersachsens Ärzteverbandschef Lücke verlangt jetzt von der Landesregierung mehr Medizinstudienplätze. Sonst drohe ab 2017 Ärztemangel.

Der Landesvorsitzende des Hartmannbundes, Bernd Lücke, hat die rot-grüne Regierung Niedersachsens aufgefordert, mehr Medizinstudienplätze zu schaffen. Andernfalls könne der ab 2017 im Land drohende Ärztemangel nicht abgewendet werden, sagte der Ärzteverbandschef der dpa. Zwischen 2003 und 2008 habe sich die Zahl der Medizin-Studienplätze in Göttingen und Hannover halbiert. Hintergrund war der Bettenabbau in den Universitätskliniken.

In etwa drei Jahren gehen die ersten Haus- und Fachärzte der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand. Gleichzeitig werde diese Altersgruppe den Praxen mehr Patienten bescheren, sagte Lücke. Schon jetzt sei absehbar, dass dann junge Ärzte fehlten, weil zu wenig ausgebildet werde. „Die Landesregierung muss mehr zusätzliche Studienplätze im klinischen Bereich schaffen. Das liegt in der Hand des Wissenschaftsministeriums“, sagte der Verbandschef, der eine fachärztliche Praxis in Hildesheim hat.

„Um Nachfolger für Arztpraxen im ländlichen Raum zu gewinnen, müssen aber vor allem die Arbeits- und Lebensbedingungen für Ärzte auf dem Land attraktiver werden“, erklärte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne). Über ihren Sprecher wies sie darauf hin, dass seit dem Wintersemester 2012/2013 in Niedersachsen mit der Errichtung der European Medical School Oldenburg-Groningen an der Universität Oldenburg neue Studienplätze für ein Medizinstudium angeboten werden. Heinen-Kljajić: „Damit wird jährlich 40 neuen Studierenden ein Medizinstudium ermöglicht.“

Nach Lückes Vorschlag sollten Medizinstudenten den klinischen Teil ihrer Ausbildung nicht mehr nur in Unikliniken, sondern auch in öffentlichen Krankenhäusern absolvieren können. Auf diese Weise müssten keine vollständigen Studienplätze neu geschaffen werden. „Der Numerus Clausus für Medizin liegt bei 1,1. Ganz viele Deutsche gehen zum Studium nach Ungarn, Lettland, Litauen oder Tschechien. Sie würden liebend gern für den klinischen Teil ihrer Ausbildung zurückkehren.“

dpa

Kommentare