Transplantationsskandal

Medizinprofessor bleibt weiter im Gefängnis

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Foto: Der Arzt, der im Göttinger Organspende-Skandal unter dem Verdacht des versuchten Totschlags steht, ist mit seiner Haftbeschwerde vor Gericht gescheitert.

Göttingen - Der 45 Jahre alte Medizinprofessor und Transplantationsspezialist Aiman O. bleibt in Haft. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig am Mittwoch entschieden. Der Göttinger steht weiter unter dringendem Verdacht, planmäßig die Wartelisten für Lebertransplantationen bewusst beeinflusst zu haben.

Damit soll er Patienten, denen früher eine Spenderleber hätte zugeteilt werden müssen, in Lebensgefahr gebracht haben. Gegen O. wird wegen versuchter Tötungsdelikte ermittelt.

Ein OLG-Sprecher bestätigte, der Haftgrund werde weiter mit Fluchtgefahr angegeben. Dass diese akut war, ist dokumentiert. Grundlage der Verhaftung des Mediziners seien konkrete Fluchtvorbereitungen gewesen, die Polizeibeamte bei einer vom Amtsgericht Braunschweig angeordneten Telefonüberwachung bemerkten. Der Arzt war darauf am 11.Januar dieses Jahres in Untersuchungshaft gekommen.

Schon das Landgericht Göttingen hatte O.s Haftbeschwerde abgewiesen. Dem schloss sich der 1.Strafsenat des OLG jetzt in einer 28-seitigen Entscheidung an. Nach Auffassung des Senats hat sich unter anderem der Verdacht bestätigt, dass O. zwischen 2009 bis 2011 durch Falschangaben zur Dialyse systematisch die Organvergabe beeinflusst hat und so seine Patienten zum Schein kranker machte.

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