73 Menschen gestorben

Mehr Drogentote in Niedersachsen

+

Hannover - In Niedersachsen sind 2014 wieder mehr Menschen an den Folgen von Drogenkonsum gestorben als im Vorjahr. Ursache dafür ist vor allem der gestiegene Heroinkonsum. Aber auch Amphetamine spielen bei den Konsumenten harter Drogen in Niedersachsen nach Angaben der Landesstelle für Suchtfragen eine immer größere Rolle.

Die Zahl der Rauschgifttoten in Niedersachsen ist 2014 weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr seien landesweit 73 Menschen am Konsum harten Drogen gestorben, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover, Uwe Schwellnus. Dies seien 13 Menschen oder rund 20 Prozent mehr als 2013. Schon zuvor hatte es einen Anstieg gegeben - 2012 waren noch 54 Drogentote registriert worden.

Amphetamine spielen bei den Konsumenten harter Drogen in Niedersachsen nach Angaben der Landesstelle für Suchtfragen zwar eine immer größere Rolle. Bei den Erstauffälligen sind sie inzwischen sogar die größte Gruppe. In der Statistik der Drogentoten kommt Ecstasy, Speed und Crystal Meth aber bisher allenfalls eine Nebenrolle zu.

"Die meisten Toten waren langjährige Heroin-Konsumenten", sagte LKA-Sprecher Schwellnus. Dabei handelte es sich vorwiegend um Männer. 2014 gab es in Niedersachsen 66 männliche Drogentote bei sieben weiblichen Opfer, 2013 waren es 54 Männer bei sechs Frauen. Die Opfer wurden im Durchschnitt 38,1 Jahre alt (2013: 41,4).

Trotz des gewachsenen Interesses an Amphetaminen ist in Niedersachsen das sogenannte Crystal Meth im Vergleich etwa zu Bayern oder Sachsen nach wie vor eher selten verbreitet. Dies erklärte die Landesstelle für Suchtfragen mit der vergleichsweise größeren Entfernung zu Tschechien, wo Crystal Meth in großen Mengen und billig hergestellt werde.

dpa

Kommentare